Russland setzt auf raketengetriebene „Gerani“: Warum die Ukraine raketengetriebene Abfangraketen braucht

Der Experte von Defense Express, Ivan Kyrychevskyi, warnt: Solange FPV‑Abfangdrohnen die „Geran‑3“ bewältigen, wird die massenhafte Einführung der „Geran‑4/5“ die Anforderungen an die Luftabwehr verändern. Wir analysieren, was das für die Verteidigungsindustrie und die Front bedeutet.

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Іван Киричевський (Фото: facebook.com / ivan kiricevs.kij)

Was passiert

Nach Angaben von LIGA.net und einem Kommentar für das Medium vom Experten von Defense Express, Іван Киричевський, verlagern die Russen allmählich den Schwerpunkt auf reaktiv angetriebene unbemannte Fluggeräte der Familie «Герань». Derzeit setzen ukrainische Einheiten FPV-Abfangdrohnen als massenhaftes, kostengünstiges und flexibles Mittel gegen «Schahids» ein. Das Auftauchen schnellerer reaktiv angetriebener Varianten verändert jedoch die Mathematik des Abfangens.

Warum das wichtig ist

Geschwindigkeit und Flugprofil bestimmen die Zeit für die Entdeckung, das Eindringen in den Wirksbereich und den Abfangvorgang selbst. Wenn eine «Герань-3» noch mit einer gewöhnlichen FPV-Drohne eingeholt werden kann, bewegen sich «Герань-4» und «Герань-5» bereits mit Geschwindigkeiten, die denen von Marschflugkörpern nahekommen – und traditionelle preiswerte Massenlösungen verlieren an Effektivität. Das zwingt dazu, nicht nur die Taktik, sondern auch die technischen Aufgaben der Industrie zu ändern.

"Es stellte sich heraus, dass die reaktiv angetriebene 'Герань-3' so langsam ist, dass man sie mit einer normalen FPV-Drohne einholen und abschießen kann. Aber es kommen auch reaktiv angetriebene 'Герань-4' und 'Герань-5' zum Einsatz. Dort ist die Fluggeschwindigkeit höher – buchstäblich wie bei einer Marschflugkörper"

— Іван Киричевський, Angehöriger des 413. Regiments der Streitkräfte für unbemannte Systeme “Рейд”, Waffensystemexperte (Defense Express)

Welche Beispiele es gibt und welche Gegenmaßnahmen möglich sind

Weltweit gibt es bereits Beispiele für reaktiv angetriebene Flugabwehrdrohnen und Einweg-/wiederverwendbare Raketen-Drohnen: die amerikanischen Coyote Block 2 und Coyote Block 3 mit einer Reichweite von bis zu ~15 km sowie die iranischen Modelle «358»/«359». Das zeigt — technologisch ist die Aufgabe lösbar, sie erfordert jedoch Zeit, Ressourcen und Koordination.

"Möglicherweise werden unsere Konstrukteure mit der Zeit gezwungen sein, in kurzer Frist eine reaktiv angetriebene Flugabwehrdrohne zu entwickeln, damit das massenhaft gegen die russischen reaktiv angetriebenen 'Geran' funktioniert"

— Іван Киричевський, Defense Express (Kommentar für LIGA.net)

Was das Kommando bereits tut

Personelle und strukturelle Schritte in den Luftstreitkräften deuten auf eine Neuorientierung hin: Unter der Leitung des stellvertretenden Kommandeurs Павла Єлізарова wird eine „kleine“ Flugabwehr aufgebaut; das neue Kommando soll die Drohnenabwehr koordinieren. Präsident und militärische Führung haben eine Struktur gebilligt, die die Entscheidungsfindung und die Einführung neuer Luftverteidigungsmittel beschleunigen soll.

Folgen und kurze Prognose

Wenn Russland tatsächlich reaktiv angetriebene BpLAs in die Massenproduktion überführt, muss die Ukraine gleichzeitig drei Dinge tun: die Forschung und Entwicklung beschleunigen, die Serienproduktion entsprechender Abfangsysteme ausbauen und technologische Hilfe von Partnern suchen. Das ist eine Ressourcen- und Organisationsaufgabe, aber nicht technisch unlösbar. Die Wirksamkeit einer zukünftigen Antwort wird davon abhängen, wie schnell Staat und Industrie vorhandene Erfahrungen mit FPV-Abfangdrohnen in eine reaktive Produktlinie überführen können.

Kurz: Heute funktionieren FPV-Abfangdrohnen – morgen könnte ein reaktives Pendant nötig sein. Zeit und Zusammenarbeit mit Partnern werden entscheidend sein.

Quellen: LIGA.net (Kommentar von Іван Киричевський), Defense Express, offene Daten zu Coyote Block 2/3 und Informationen zu den iranischen Modellen «358/359».

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