Grube "Lüshenyu" in Shanxi: 90 Tote – und der CO-Sensor funktionierte vor der Explosion

Methanexplosion in einem Kohlebergwerk in der Provinz Shanxi fordert 90 Todesopfer. Es stellte sich heraus: Das Alarmsignal für die Überschreitung von Kohlenmonoxid wurde bereits vor der Explosion ausgelöst.

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Прапор Китаю (Ілюстративне фото: EPA)

Am Abend des 22. Mai um 19:29 Uhr Ortszeit ereignete sich auf der Zeche «Liushenyu» im Kreis Qinyuan der Stadt Changzhi, Provinz Shanxi, eine Gasexplosion. Nach Angaben der Xinhua hielten sich zu diesem Zeitpunkt 247 Arbeiter unter Tage auf. Mindestens 90 von ihnen kamen ums Leben — das sind die größten Verluste in Chinas Bergbauindustrie zumindest seit 2009, als in der Zeche «Tunlan» in derselben Provinz 77 Menschen starben.

Ein Detail, das sofort ins Auge fällt: Nach Angaben der Xinhua sprach ein unterirdischer Kohlenmonoxidsensor bereits vor der Explosion an — der CO-Gehalt überschritt die zulässigen Grenzwerte. Ob das Personal nach dem Alarmsignal evakuiert wurde, wird offiziell nicht berichtet.

«Eine umfangreiche Rettungsaktion durchführen, die Ursachen gründlich untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen».

Xi Jinping — nach Angaben von Xinhua

Die Zeche gehört dem Unternehmen Shanxi Tongzhou Group Liushenyu Coal Industry. Bemerkenswert ist: 2024 setzte die Nationale Bergbausicherheitsbehörde Chinas sie auf die Liste von 1.128 Objekten mit «schwerwiegenden Sicherheitsverstößen» — und sie arbeitete weiter.

Umfang der Operation und Opfer

An der Rettungsaktion waren 345 Personen aus sechs spezialisierten Brigaden beteiligt, die vom Ministerium für Notfallmanagement entsandt wurden. Insgesamt arbeiteten gleichzeitig 400–500 Rettungskräfte unter Tage. Bis Samstagmittag wurden mehr als 100 Verletzte hospitalisiert — hauptsächlich mit Vergiftungen durch giftige Gase, wie CCTV berichtet. Neun Personen blieben unter der Erde.

Frühe Meldungen der staatlichen Medien am Morgen des 23. Mai verzeichneten nur 8 Tote und 38 Vermisste — der steile Anstieg der Zahlen auf 90 wurde offiziell nicht erklärt.

Kontext: Verbesserungen auf dem Papier

Die Provinz Shanxi ist das Kohleherz Chinas. Nach den katastrophalen 2000er Jahren konsolidierte der Staat die Industrie, verschärfte die Vorschriften, und die Sterblichkeitsstatistik sank tatsächlich. Aber die Entwicklung verlief nicht linear: 2023 kamen in der Autonomen Region Innere Mongolei bei einem Einsturz 53 Bergleute ums Leben, und 2024 führte Peking neue Normen ein, die den Betreibern mehr Verantwortung übertrugen.

  • 2009, Shanxi («Tunlan»): 77 Tote
  • 2023, Innere Mongolei: 53 Tote
  • 2026, Shanxi («Liushenyu»): mindestens 90 Tote

Präsident Xi Jinping forderte auf, «aus diesem Vorfall»landesweit zu lernen. Nach jeder großen Katastrophe erschallen solche Forderungen — und jedes Mal setzt die Industrie ihre Tätigkeit mit Objekten fort, die auf Verstößerlisten stehen.

Sollte die Untersuchung bestätigen, dass das CO-Sensorsignal ignoriert wurde, geht es nicht mehr um ein technisches Versagen — sondern darum, ob das System der Verantwortung, das Peking nach jeder Tragödie verkündet, tatsächlich in der Lage ist, Zechen, die bereits auf «schwarzen Listen» stehen, stillzulegen.

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