Die Ukraine kann die Raketenproduktion nicht nur in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten entwickeln, erklärte der Direktor des Zentrums für Armeeforschung, Konversion und Abrüstung, Valentin Badrak, in einem Artikel für LIGA.net.
Anlass war eine Veröffentlichung des Atlantic: Ein Vertreter der Republikaner im US-Kongress erklärte, dass amerikanische Hersteller befürchten, dass die Übertragung von Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Raketen für die Ukraine mittelfristig zu Konkurrenz für ihr Geschäft führen könnte.
Vor diesem Hintergrund wies Badrak auf eine „maximale Raketenanäherung" an Großbritannien, Frankreich und Deutschland hin – ohne andere Partner aufzugeben.
Wer ist wofür verantwortlich
Der Analytiker skizzierte die Verteilung der Richtungen:
- Flugabwehrraketenanlage gegen ballistische Raketen – gemeinsam mit Frankreich und Italien;
- Marschflugkörper – mit dem paneuropäischen Unternehmen MBDA;
- ballistische Fähigkeiten – mit Europa, mit besonderem Schwerpunkt auf Großbritannien.
„Raketen sind genau die Waffe, mit der man den Feind Jahre und Jahrzehnte lang abschrecken kann", betonte Badrak.
Schwachstelle – Koordination
In der Ukraine gibt es derzeit keine konkrete verantwortliche Person für die Umsetzung des Raketenprogramms, bemerkte der Experte. Die Ballastiktests wurden im Sommer 2026 zweimal verschoben.
Nach Aussage des Analytikers wird in Fachkreisen diskutiert, dass die Ballistik FP-9 von Fire Point im Wesentlichen eine technologische Lösung für eine Rakete zum operativ-taktischen Raketensystem „Sapsan" darstellt, an dem die staatliche Konstruktionsbüro „Südne" arbeitet – die Entwicklungen könnten sich also überschneiden.
Badrak bezeichnete die ausschließliche Fokussierung auf die Verstärkung der Raketenabwehr durch die Lieferung von Patriot-Abfangjägern aus den Beständen der Partner als unzureichend. Hingegen ist er der Ansicht, dass die neueste amerikanische Rakete Barracuda-500M in der Lage ist, die ballistische Kapazität Russlands zu zerstören.
Sollte die Zusammenarbeit mit Großbritannien, Frankreich und MBDA bis Ende 2026 in eine gemeinsame Produktion übergehen und nicht auf dem Niveau von Erklärungen bleiben, würde die Ukraine einen ersten echten parallelen Kanal für Raketenfähigkeiten erhalten, der unabhängig von Washingtons Entscheidungen ist.