Das Gericht erlaubte Shufrych, gegen eine Kaution von 33,28 Mio. Hrywnja freizukommen — aber das Geld fehlt. Warum das während des Krieges wichtig ist

Das Berufungsgericht hat dem wegen Staatsverrats beschuldigten Abgeordneten formell die Möglichkeit eröffnet, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Doch die hinterlegte Kaution und die Fragen nach der Herkunft der Gelder machen diese Entscheidung zu einem Prüfstein für rechtliche Verantwortlichkeit und Sicherheit während des Kriegsrechts.

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Gericht hielt alternative Sicherungsmaßnahme für möglich — doch Entscheidung noch nicht umgesetzt

Das Berufungsgericht Kiew hat die Sicherungsmaßnahme für den Abgeordneten Nestor Shufrych, der des Hochverrats beschuldigt wird, gelockert und eine Kaution in Höhe von 33.280.000 UAH festgesetzt. Das teilte der Pressedienst des Büros der Generalstaatsanwaltschaft mit.

„Das Berufungsgericht Kiew hat eine alternative Sicherungsmaßnahme in Form einer Kaution in Höhe von 33.280.000 UAH festgesetzt.“

— Pressedienst des Büros der Generalstaatsanwaltschaft

Stand 8. Januar wurde die Kaution nicht hinterlegt — rechtlich besteht somit die Möglichkeit einer Freilassung, faktisch befindet sich Shufrych weiterhin in Untersuchungshaft (SIZO). Diese Entscheidung betrifft nicht nur eine Person: sie stellt die Kontrollmechanismen im Kriegszustand und die Finanzierungsquellen der in Kollaborationsfällen Beschuldigten in Frage.

„Es ist noch unklar, wann genau die Kaution hinterlegt wird oder ob sie überhaupt hinterlegt wird.“

— Viktor Karpenko, Anwalt von Nestor Shufrych

Der Anwalt bestätigt die Unsicherheit hinsichtlich der praktischen Umsetzung des Beschlusses. Der Sohn des Abgeordneten, Oleksandr, der derzeit in den Streitkräften der Ukraine dient, sagte Journalisten, dass er die Angelegenheit wegen seines Einsatzes an der Front nicht persönlich regeln könne. Seiner Ansicht nach könnten Parteifreunde die Kaution hinterlegen — unter ihnen gebe es, so der Sohn, wohlhabende Personen.

„Ich diene derzeit in den ukrainischen Streitkräften und habe keine Möglichkeit, die Gerichtsverhandlungen meines Vaters zu besuchen.“

— Oleksandr, Sohn von Nestor Shufrych

Der Kontext des Falls ist wichtiger als Personen. Shufrych — ehemaliges Mitglied der Partei „Oppositionsplattform — Für das Leben“, die 2022 in der Ukraine offiziell verboten wurde. Ihm werden mehrere Tatkomplexe zur Last gelegt: Im September 2023 wurde er ohne Kautionsrecht inhaftiert; bei Durchsuchungen sollen Dokumente mit einem Plan zur „Autonomie“ der Gebiete Donezk und Luhansk sowie Symbole gefunden worden sein, die mit Russland in Verbindung gebracht werden; im Februar 2024 wurde eine weitere Verdächtigung wegen der Finanzierung der russischen Nationalgarde auf der annektierten Krim bekanntgegeben.

Kurz zu den wichtigsten Fakten:

  • September 2023 — Inhaftierung ohne Möglichkeit auf Kaution; bei Durchsuchungen wurden Dokumente und Gegenstände gefunden, die als Beweismittel dienten.
  • Februar 2024 — zusätzliche Verdächtigung wegen Finanzierung der russischen Nationalgarde auf der annektierten Krim.
  • Stand 8. Januar 2026 — die Kaution in Höhe von 33.280.000 UAH wurde nicht hinterlegt; Shufrych bleibt in Untersuchungshaft.

Wie weiter? Wird die Kaution hinterlegt, würde dies rechtlich zur Freilassung des Beschuldigten aus der Haft führen, enthebt ihn jedoch nicht der Anklage und mindert nicht das Interesse der Ermittler. Wird sie nicht hinterlegt, wird die Inhaftierung andauern. In jedem Fall ist der Fall ein wichtiger Maßstab für die Gesellschaft: Funktionieren die Mechanismen der Rechenschaftspflicht und werden die Quellen großer Summen, mit denen Verdächtige schwerer Straftaten während des Krieges freigekauft werden könnten, transparent nachverfolgt?

Fragen an Partner und Öffentlichkeit: Wird das System in der Praxis politischem Einfluss auf die Justiz vorbeugen, und werden Kautionen nicht zum Mittel, um die Verantwortung derjenigen zu umgehen, die mit dem Aggressor zusammengearbeitet haben könnten?

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