FedEx fordert Rückerstattung von IEEPA‑Zöllen – Test für das US‑Zollsystem und die Lieferketten, der auch die Ukraine treffen wird

Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs hat FedEx Klage auf „volle Erstattung“ der gezahlten Zölle eingereicht. Das ist nicht nur ein Rechtsstreit — davon hängen die Kosten für Import und Logistik sowie die Kosten humanitärer Hilfe, einschließlich Lieferungen in die Ukraine, ab.

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Фото: EPA

Kurzfassung

Das Logistikunternehmen FedEx hat Klage eingereicht, um Zollzahlungen zurückzufordern, die während der Geltung von Sätzen erhoben wurden, die auf Grundlage des Gesetzes über internationale Notfallwirtschaftsmaßnahmen (IEEPA) eingeführt worden waren. Die Klage folgte darauf, dass der Oberste Gerichtshof der USA am 20. Februar 2026 diese Sätze für rechtswidrig erklärte.

Was FedEx genau verlangt

"Obwohl der Oberste Gerichtshof die Frage der Rückerstattung nicht geprüft hat, hat FedEx die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um seine Rechte als beim Zoll offiziell registrierter Importeur zu schützen und die Rückzahlung der gezahlten Zölle von der Zoll- und Grenzschutzbehörde der USA (Customs and Border Protection, CBP) zu verlangen. Bislang haben weder Aufsichtsbehörden noch Gerichte ein Verfahren zur Rückerstattung festgelegt",

— FedEx, offizielle Stellungnahme

In der Klage wird keine genaue Summe genannt: Das Unternehmen fordert eine „vollständige Rückerstattung“ sowie die Rückzahlung zuzüglich gesetzlicher Zinsen. Da die Zölle über zahlreiche Zollanmeldungen über einen längeren Zeitraum gezahlt wurden, muss die endgültige Summe von der Zoll- und Grenzschutzbehörde der USA (CBP) festgelegt werden, die in dem Verfahren Beklagte ist.

Kontext und Folgen

Am 20. Februar 2026 hob der Oberste Gerichtshof die IEEPA‑Sätze auf. Kurz darauf kündigte die Administration ihren Ersatz durch eine zusätzliche Zollabgabe nach Abschnitt 122 des Trade Act von 1974 an: zunächst 10 %, später dann 15 %. Das neue Regime trat am 24. Februar 2026 in Kraft und soll 150 Tage gelten, sofern der Kongress nicht eingreift.

Den vorgelegten Angaben zufolge liegt der gewichtete Durchschnittszoll bei einem Satz von 15 % bei 13,2 % im Vergleich zum vorherigen Niveau von 15,3 %; die vorübergehende Aufhebung der IEEPA‑Sätze hatte ihn auf 8,3 % gesenkt. Das bedeutet, dass Importeure selbst nach der Aufhebung eines Mechanismus mit einer neuen, wenn auch nicht identischen Zollrealität konfrontiert sind.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Die Entscheidung betrifft nicht nur US‑Unternehmen. Logistikkosten und Zollabgaben wirken sich unmittelbar auf die Lieferkosten von Waren aus — von Industriekomponenten bis hin zu Verteidigungstechnik und humanitärer Hilfe. Für die Ukraine, die auf regelmäßige Lieferungen von Ausrüstung und Ersatzteilen aus westlichen Märkten angewiesen ist, bedeuten steigende Zollbelastungen höhere Logistikkosten und kompliziertere Lieferketten.

Außerdem könnte der Fall FedEx einen Präzedenzfall schaffen: Sollte ein massenhaftes Rückzahlungsverfahren als notwendig erachtet werden und die CBP keine Bereitschaftsprozedur haben, würde das rechtliche Unsicherheit und Verzögerungen bei Rückerstattungen für viele Importeure zur Folge haben — darunter auch solche, die im Interesse der Sicherheit der Ukraine operieren.

Was als Nächstes passieren könnte

Es gibt mehrere Szenarien: Das Gericht legt ein Verfahren zur Rückerstattung fest und die CBP beginnt mit Neuberechnungen; die Sache zieht sich hin und löst eine Welle ähnlicher Klagen aus; oder Administration und Kongress einigen sich auf einen Kompromiss. In jedem Fall ist dies ein Test für das US‑Zollsystem — wie schnell es sich an ein Gerichtsurteil anpasst und wie transparent es Rückerstattungen gewährleistet.

Fazit

Die Klage von FedEx ist mehr als eine Geldforderung. Sie stellt eine rechtliche und praktische Herausforderung für die Handelsregelungen dar, die die tatsächlichen Kosten von Importen und Logistik verändern kann. Für die Ukraine ist das ein Warnsignal: Wechselnde Regeln in den USA können die Versorgung mit kritischen Gütern beschleunigen oder erschweren. Nun sind die Gerichte und die Zollbehörde am Zug — und von ihren Entscheidungen hängt ab, wie schnell Unternehmen und Partner klare Spielregeln erhalten.

Die Analyse basiert auf der offiziellen Stellungnahme von FedEx und dem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom 20. Februar 2026.

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