Worum es geht
In einem Interview mit CNN berichtete Präsident Wolodymyr Selenskyj über Meinungsverschiedenheiten mit dem US-Präsidenten Donald Trump hinsichtlich der Reihenfolge, in der ein Frieden mit Russland verabschiedet werden soll. Trump, so Selenskyj, hält es für sinnvoll, ein Friedensabkommen mit Russland gleichzeitig mit Vereinbarungen über Sicherheitsgarantien der USA und europäischer Partner zu unterzeichnen — bei einer großen gemeinsamen Zeremonie. Die ukrainische Position ist grundlegend anders: Die Garantien müssen zuerst vereinbart und im US-Kongress ratifiziert werden.
Was Kiew anstrebt und warum
„Sicherheitsgarantien müssen zuerst vereinbart und im US-Kongress ratifiziert werden. Das gibt dem ukrainischen Volk die Gewissheit, dass es sich auch künftig auf seine Verbündeten verlassen kann.“
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Der Kern der Forderung ist, politische Erklärungen in rechtlich abgesicherte Verpflichtungen zu überführen. Eine Ratifizierung im Parlament des Partners (im Falle der USA im Kongress) schafft Kontrollmechanismen, Finanzierung und eine rechtliche Grundlage für Sanktionen oder Hilfe im Falle von Vertragsverletzungen. Für die ukrainische Gesellschaft ist das eine Frage des Vertrauens: Viele erinnern sich daran, wie internationale Garantien in verschiedenen Formaten an Wirkung verloren oder unterschiedlich ausgelegt wurden.
Unterschied in den Ansätzen: Symbol vs. Garantie
Die öffentliche gleichzeitige Unterzeichnung bei einer großen Zeremonie hat eine starke symbolische Wirkung — sie ist ein „Moment des Abschlusses“. Ein Symbol ersetzt jedoch nicht die Durchsetzungsmechanismen. Experten weisen darauf hin: Ohne vorherige Ratifizierung kann das Dokument politisch bindend sein, aber rechtlich schwer umzusetzen.
Kontext und Quellen
Wesentliche Fakten, die zu beachten sind:
- Das Interview über die Differenzen wurde bei CNN veröffentlicht; Selenskyj legte die ukrainische Position zur Reihenfolge der Unterzeichnung ausführlich dar.
- Am 10. Februar 2026 brachte der US-Botschafter bei der NATO, Vitaker, das Ausbleiben eines unterzeichneten Garantieabkommens mit ungeklärten Territorialfragen in den Verhandlungen in Zusammenhang.
- Im Januar sprach Selenskyj von der Möglichkeit einer schnellen Zustimmung zu Vereinbarungen über Garantien und Wiederaufbau in den Parlamenten der Ukraine und der USA.
- Sibyha berichtete, dass die Ukraine ein Signal aus den USA erhalten habe, wonach eine Ratifizierung der Garantien im Kongress möglich sei.
Wie es weitergeht: Szenarien und Risiken
Das Wichtigste ist, politische Erklärungen in Gesetzesakte zu überführen. Wenn die Garantien vor oder gleichzeitig mit dem Friedensabkommen ratifiziert werden, erhöht das die Wahrscheinlichkeit ihrer Durchsetzung erheblich. Wenn der Prozess jedoch auf eine feierliche Unterzeichnung ohne klare rechtliche Implementierung hinausläuft, besteht das Risiko, dass nach der Zeremonie die Kontrollmechanismen unzureichend sind.
Ein dringender Rat an Kiew: Den Fokus auf zwei Dinge richten — die rechtliche Verbindlichkeit der Dokumente und transparente Mechanismen für Finanzierung und Kontrolle. Partner mögen ein symbolisches Ende des Krieges anstreben; für die Ukraine ist wichtiger, dass dieses Ende verlässlich ist.
Fazit
Es geht nicht nur um Protokollfragen. Es stellt sich die Frage, ob der Frieden für die Ukraine zu einer festen, rechtlichen Garantie wird und nicht nur zu einem Ereignis in der Außenpolitik anderer Staaten. Ob die Partner in der Lage sind, Deklarationen in Gesetze und finanzielle Mechanismen zu verwandeln — davon hängt die Sicherheit von Millionen Menschen ab.