Sumy und Charkiw im Visier: Drohnen verändern die Taktik der Angriffe und die Risiken für Gemeinden

Sprecher des Staatlichen Grenzschutzdienstes der Ukraine (DPSU) — über die Zunahme von Drohnenangriffen statt Artillerie. Warum das für Grenzstädte wichtig ist und wie sich die Schutzregeln ändern — kurz und auf den Punkt.

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Kurz

Der Sprecher des Staatlichen Grenzschutzdienstes, Андрій Демченко, stellt fest: Der Feind setzt zunehmend Drohnen für Angriffe in Grenzregionen ein, vor allem in den Oblasten Sumy und Charkiw. Das ist nicht nur ein Wechsel der Angriffswaffen – es ist eine Umverteilung der Risiken für Bevölkerung und Infrastruktur.

Was an der Grenze passiert

Nach Angaben des Staatlichen Grenzdienstes wird der größte Druck entlang der Grenzlinie in den Oblasten Sumy und Charkiw verzeichnet. Die Oblast Tschernihiw erhält meist weniger Beschuss, bleibt aber dennoch täglichen Angriffen ausgesetzt.

Neue Taktik: Drohnen statt Artillerie

Der Ersatz von Artillerie durch Drohnen ist kein Detail: Unbemannte Fluggeräte verändern sowohl die Gefahrentrajektorie als auch die Reaktionsgeschwindigkeit. Demchenko erklärt, dass Ende 2024 bis Anfang 2025 noch die Artillerie vorherrschte, der Gegner nun jedoch vermehrt Abwürfe von Drohnen, FPV-Angriffe und FPV über optische Glasfaserkabel einsetzt.

"Ich erinnere erneut daran, dass der Gegner jetzt Drohnen zur Durchführung von Angriffen verwendet. Denn Ende 2024 – Anfang 2025 dominierte die Artillerie. Der Feind nutzt für Angriffe Abwürfe von Drohnen, FPV und FPV über optische Glasfaserkabel."

— Андрій Демченко, Sprecher des Staatlichen Grenzschutzdienstes der Ukraine

Folgen für Gemeinden und Infrastruktur

Drohnen machen Angriffe punktgenauer, aber für Zivilisten auch unberechenbarer: Beschädigung von Wohnvierteln, Zerstörung kritischer Infrastruktur und psychologischer Druck auf die Bewohner der Grenzgemeinden.

Medienberichten und offiziellen Angaben zufolge wurden im Dezember 2025 deutliche Zahlen registriert: So wurde am 24. Dezember berichtet, dass sich etwa 4 000 Menschen weigern, die Grenzregion zu verlassen.

Kontext der Zahlen 2025

Weitere Daten unterstreichen den breiteren Trend: Am 28. Dezember 2025 wurde von einer Verdoppelung der Angriffe auf ukrainische Häfen berichtet (etwa 90 kombinierte Angriffe im Jahr), und am 31. Dezember von rund 19 000 Alarmen im Land. Das deutet auf eine Verschärfung vieler Fronten hin, nicht nur der an der Grenze.

Was das bedeutet und was zu tun ist

Die Umorientierung des Gegners auf Drohnen verlangt zwei Veränderungen: die Verstärkung der Anti-Drohnen-Abwehr und die Anpassung der zivilen Bereitschaft. Es geht nicht nur um militärische Entscheidungen, sondern auch um Logistik, den Schutz kritischer Infrastruktur und die Kommunikation mit den lokalen Gemeinden.

Fazit

Die Angriffstechnik ändert sich, doch das Wesentliche bleibt: Der Schutz der Grenzgemeinden und der Infrastruktur muss systematisch und schnell organisiert werden. Solange ausländische Partner und ukrainische Dienste die Gegenmaßnahmen verstärken, ist es wichtig zu verstehen — davon hängt die Sicherheit einzelner Städte und Häuser ab. Welche nächsten Schritte die Risiken verringern können, ist eine Frage für Verteidigungsstäbe und Gemeinden gemeinsam.

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