Kurz
Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz kommentierte Außenminister Андрій Сибіга die Teilnahme von Володимир Мединський an der nächsten Runde trilateraler Verhandlungen in Genf. Das Gespräch fand in Anwesenheit von Journalisten statt; die Information übermittelt die Korrespondentin von LIGA.net.
Was sagte Андрій Сибіга
"Mal sehen. Ich kann das erst nach dem Treffen kommentieren, was die Ankunft jenes Herrn, den Sie genannt haben, bedeutet. Aber wir erinnern uns sehr gut. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass, wie immer, irgendwelche historischen Pseudovorträge gehalten werden. Die Ukraine braucht das nicht."
— Андрій Сибіга, Außenminister der Ukraine
Er dankte auch der US-Seite für ihre Führungsrolle und die Unterstützung des Verhandlungsprozesses und betonte, dass die Verhandlungen konkrete Ergebnisse bringen müssen — keine Umkehr der Narrative, sondern praktische Vereinbarungen.
Warum das wichtig ist
Die Anwesenheit Medinskijs, der 2022 die russische Delegation leitete und wiederholt kremlnahe Thesen über die Einheit von Russen und Ukrainern vertreten hat, verändert nicht nur den Ton, sondern auch die Risiken der Verhandlungen. Es geht um zwei Ebenen: narrativ — Versuche, die russische Version der Geschichte zu legitimieren, und verhandlungsbezogen — Ablenkung von zentralen Sicherheits- und Rechtsfragen, die Gegenstand der Vereinbarungen sein müssen.
Kontext der vorherigen Runden
Bei den vorherigen Treffen in Abu Dhabi gehörten der russischen Delegation Vertreter des Generalstabs und der militärischen Aufklärung an; die Delegation wurde vom Leiter der Hauptverwaltung des Generalstabs, Костюков, geführt. Damals, so Sibiga, habe sich die Zusammensetzung der Delegation qualitativ verändert — und es habe weniger „pseudo-historische Vorträge“ gegeben. Die Rückkehr Medinskijs bedeutet, dass der Kreml den politischen und ideologischen Faktor wieder in das Gespräch einbringen könnte.
Was das für die Ukraine und für den Leser bedeutet
Für den durchschnittlichen Ukrainer geht es hier nicht um akademische Dispute: Es geht darum, ob die Verhandlungen zu konkreten Verbesserungen der Sicherheit führen — Freilassung von Gefangenen, Festschreibung der Grenzen, Entschädigung von Schäden. Die ukrainische Diplomatie formuliert die Priorität klar: Geschichte ist nicht zur Debatte, Sicherheit steht auf dem Verhandlungstisch. Expertenkreise und ukrainische Historiker reagierten bereits früher kritisch auf die Positionen Medinskijs und wiesen auf den systematischen Versuch hin, Fakten durch politische Rhetorik zu ersetzen.
Worauf es weiter zu achten gilt
Am 17.–18. Februar in Genf ist entscheidend — nicht nur, wer am Tisch sitzen wird, sondern welche Tagesordnung gilt und wie die Partner diplomatischen Druck in konkrete Instrumente umsetzen. Kontrollparameter: Zusammensetzung der Delegationen, Themenliste (Sicherheit, humanitäre Fragen, rechtliche Verantwortung) sowie die mediale Rahmung — ob die Teilnehmer zulassen, dass die Verhandlungen zu einer Bühne für historische Dispute zulasten praktischer Ergebnisse werden.
Derzeit ist das Signal aus Kiew einfach und rational: Geschichte ist eine Frage nationaler Identität, die sich nicht diktieren lässt; Verhandlungen sind ein Instrument für Sicherheit und Wiederaufbau, und genau das wird die Ukraine von Partnern und dem Gegner einfordern.
Kurzprognose: Erwarten Sie einen strikten Fokus auf Verfahren und Inhalte, nicht auf Rhetorik. Wenn die Führung der USA und der Partner konsequent bleibt, werden Äußerungen über ein „Zurückbringen der Geschichte“ das Streben nach praktischen Vereinbarungen nicht überschatten.