Was passiert ist
Am 18. Februar unterzeichnete Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Erlass zur Verhängung eines Sanktionspakets gegen Alexander Lukaschenko. Offiziell ist die Entscheidung eine Reaktion auf die systematische Unterstützung Belarusslands für die russische Aggression gegen die Ukraine.
"Lukaschenko tauscht schon seit geraumer Zeit die Souveränität von Belarus gegen die Fortsetzung seiner persönlichen Macht, hilft den Russen, die Sanktionen der Welt gegen diese Aggression zu umgehen, rechtfertigt aktiv den russischen Krieg und erhöht nun zudem seinen Anteil an der Eskalation und Verlängerung des Krieges. Dafür wird es besondere Konsequenzen geben."
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Warum das wichtig ist
Nach Angaben des Präsidenten und unserer Geheimdienste haben die Russen in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 in Belarus ein System von Relaisstationen zur Steuerung von Angriffs drohnen aufgebaut, das die Fähigkeiten für Angriffe auf die nördlichen Regionen der Ukraine deutlich erhöht hat. Teile der Angriffe, insbesondere gegen Energieinfrastruktur und Bahnstrecken, wären ohne die Unterstützung belarussischer Infrastruktur erheblich erschwert worden.
Neben der Infrastruktur hebt die Mitteilung die Rolle von mehr als 3000 belarussischen Unternehmen hervor, die Ausrüstung, Komponenten und mechanische Basis für die russische Rüstungsindustrie liefern – darunter Bauteile, die bei der Herstellung von Raketen verwendet werden. Erwähnt wird außerdem der Ausbau von Möglichkeiten zur Stationierung von Mittelstreckenraketen «Орєшнік».
Was das Sanktionspaket vorsieht und wie es wirken soll
Der offizielle Text des Erlasses enthält Mechanismen von Beschränkungen gegen natürliche Personen und Strukturen, die die Aggression direkt unterstützen – von der Einfrierung von Vermögenswerten bis zu Verboten wirtschaftlicher Kontakte. Kiew betont, dass es zusammen mit Partnern handeln wird, um einen globalen Effekt zu erzielen und die Logistik sowie die technologischen Lieferungen an Russland zu erschweren.
Das ist nicht nur ein symbolischer Schritt: Die Ziele der Sanktionen wurden so gewählt, dass sie Lieferketten und Kommunikationsinfrastrukturen treffen, die die Kampffähigkeiten des Gegners unmittelbar verstärken.
Kontext und begleitende Schritte
Kiew kündigte außerdem die Ernennung eines Sonderbeauftragten für Kontakte mit den demokratischen Kräften in Belarus an – eine gezielte Maßnahme, die die Sanktionspolitik ergänzt. Zudem meldeten SBU und Geheimdienst die Aufdeckung eines KGB-Agenten, der versucht hatte, sich in die Verteidigungsstrukturen der Ukraine einzuschleusen; Verhandlungen über einen möglichen Austausch laufen weiter.
Wie es weitergeht
Die Sanktionen verfolgen eine doppelte Logik: Sie sollen den Preis für das Lukaschenko-Regime erhöhen und konkrete Hilfskanäle für Russland abriegeln. Die Wirksamkeit wird jedoch von der Abstimmung mit internationalen Partnern abhängen – ohne diese Abstimmung drohen die Sanktionen ein lokaler Schritt mit begrenzter Wirkung zu bleiben.
Analysten heben zwei Schlüsselfragen hervor: Gelingt es der Ukraine, das politische Signal in technische Beschränkungen der Lieferketten zu verwandeln, und werden die Partner den Druck auf dieselben in der Mitteilung genannten industriellen Knotenpunkte verstärken? Von den Antworten auf diese Fragen hängt ab, wie stark die Sanktionen die operative Lage an der Front und in der Diplomatie verändern werden.
"Einen Teil der Angriffe, insbesondere gegen Energieeinrichtungen und die Bahn in unseren Regionen, könnten die Russen ohne diese Hilfe von Belarus nicht ausführen."
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Nun sind die Partner am Zug: Erklärungen müssen in synchrone Maßnahmen überführt werden, die die Handlungsmöglichkeiten des Lukaschenko-Regimes einschränken und die Risiken für Infrastruktur und Menschen in der Ukraine verringern.