Was passiert ist
Iran hat den designierten deutschen Botschafter in Teheran, Axel Dittmann, einbestellt und ihm eine Protestnote übergeben wegen, wie es im iranischen Außenministerium formuliert wurde, «anti-iranischer Aktivitäten» auf deutschem Gebiet. Die Einberufung wird von Die Zeit bestätigt; eine Sprecherin des deutschen Außenministeriums bestätigte den Vorgang, lehnte es jedoch ab, den Inhalt des Gesprächs zu erläutern.
„‚Anti-iranische Aktivitäten‘ wurden als Hauptgrund für die Einbestellung genannt.“
— Iranisches Außenministerium (laut Die Zeit)
Wesentliche Details
Nach Angaben der Münchner Polizei nahmen an der Demonstration während der Münchner Sicherheitskonferenz mehr als 200.000 Menschen teil. Initiator der Aktion war Reza Pahlavi, der Sohn des Schahs, der seit Jahrzehnten im Exil lebt und eine der führenden Oppositionsfiguren im Ausland ist.
Dies geschieht vor dem Hintergrund massiver Proteste im Iran Ende Dezember: Die Behörden sollen das Internet abgeschaltet haben, und im Januar führten Gewalteinsätze zu zahlreichen Opfern — es gibt Angaben über tausende getötete Demonstranten. Am 2. Januar 2026 erklärte Donald Trump öffentlich, er könne eingreifen, falls gegen Demonstranten Gewalt angewendet werde.
„Der Botschafter wurde am Dienstag, den 17. Februar, einbestellt.“
— Sprecherin des deutschen Außenministeriums (Bestätigung der Einbestellung)
Warum das wichtig ist
Dieser Vorfall ist nicht nur eine diplomatische Formalität. Erstens deutet das Ausmaß der Aktion auf die Fähigkeit der iranischen Diaspora hin, internationale Aufmerksamkeit zu mobilisieren und politischen Druck auf europäische Hauptstädte auszuüben. Zweitens zeigt die Reaktion Teherans das Bestreben des Regimes, nicht nur interne Gegner zu bestrafen, sondern auch Länder, in denen organisierte Oppositionsaktivitäten stattfinden.
Für Europa ist das ein Test: Werden die Prinzipien (Solidarität mit den Demonstrierenden, Menschenrechte) gegenüber pragmatischen Interessen in den Beziehungen zu Teheran überwiegen? Für die Ukraine ist das relevant aus zwei Gründen — erstens die Mechanismen internationaler Solidarität mit unterdrückten Gesellschaften; zweitens ein Präzedenzfall, der zeigt, wie autoritäre Regime auf externen Druck reagieren und wie Partnerstaaten ihre Antwort koordinieren können.
Wie es weitergeht
Die wahrscheinlichsten Szenarien sind eine kurzfristige diplomatische Eskalation (Noten, öffentliche Erklärungen) und verstärkte Sicherheitsvorkehrungen bei europäischen Veranstaltungen mit Beteiligung der iranischen Opposition. Wenn die EU und einzelne Länder ihre menschenrechtliche Position bekräftigen, könnte dies den Druck auf Teheran erhöhen, aber zugleich entsprechende Gegenmaßnahmen seitens Teheran auslösen.
Zu beobachtende Fragen sind: Werden die Aussagen in konkrete Sanktionen oder andere Maßnahmen münden, und wie wird sich das auf die Fähigkeit der internationalen Gemeinschaft auswirken, koordiniert auf Repressionen zu reagieren? Für die Ukraine ist es wichtig nachzuvollziehen, wie sich Standards internationaler Solidarität entwickeln — sie könnten auch künftig für uns gebraucht werden.