Was geschehen ist
Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat beschlossen, Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus die Teilnahme unter ihren eigenen Flaggen zu erlauben. Über die Reaktion der Ukraine berichten Sky News und UNN.
Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einem Videointerview mit Piers Morgan, er sei über diese Entscheidung nicht informiert worden, und seine erste, ebenso emotionale Reaktion bezeichnete die Entscheidung als „respektlos“ — er beschrieb sie als "dreckig" und "schrecklich".
"Das ist eine dreckige und schreckliche Entscheidung... Das ist respektlos"
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Deshalb teilten ukrainische Beamte mit, dass sie die Winter-Paralympics, geplant für 6.–15. März, nicht besuchen werden. Zuvor hatte die Ukraine das IPC aufgefordert, Russland und Belarus auf den Paralympics keine Plattform zu geben (berichtete UNN).
Warum das wichtig ist
Es geht nicht nur um die Anwesenheit einzelner Sportler. Die Entscheidung des IPC hat mehrere Dimensionen, die die Interessen der Leserschaft betreffen: Legitimation, Propaganda und ein moralisches Signal.
Erstens kann die Zulassung unter nationalen Flaggen potenziell zur Normalisierung der Regime beitragen, die Krieg gegen die Ukraine führen, und die Sportarena zu einem Ort politischer Kommunikation machen. Zweitens ist es eine Frage von Prestige und psychologischer Unterstützung für die Betroffenen: Für viele ukrainische Sportler und Familien wird ein solcher Schritt als Erniedrigung ihrer Erfahrungen und Verluste wahrgenommen. Drittens erhöht die Entscheidung kurzfristig das Risiko diplomatischer Komplikationen für die Veranstalter und für Staaten, die eine Teilnahme oder Zusammenarbeit mit dem IPC erwägen.
Darüber berichten bereits internationale Medien (Sky News) und weisen darauf hin, dass Sportorganisationen derzeit vor der Wahl zwischen technokratischen Regeln und geopolitischer Verantwortung stehen.
Folgen und Fragen an das IPC
Die unmittelbarste und offensichtlichste Folge ist ein Boykott seitens der Ukraine, der die Teilnahme ukrainischer Delegationen unmöglich macht und den Druck auf das IPC verstärkt. Weiterhin stellt sich die Frage des Präzedenzfalls: Werden internationale Sportorganisationen nach und nach die vollwertige Teilnahme von Staaten, die Aggression ausüben, wieder zulassen, ohne klare politische und reputationsbezogene Garantien?
Die Schlüsselfrage lautet: Kann das IPC erklären, warum diese Entscheidung den Prinzipien von Inklusion und Gerechtigkeit entspricht, ohne dabei das Vertrauen der betroffenen Gemeinschaften und internationaler Partner zu untergraben? Die Antwort wird entscheidend dafür sein, ob der Sport ein neutrales Feld bleibt oder zu einer weiteren Arena der Geopolitik wird.
Nun sind die Partner des IPC und die nationalen olympischen Komitees am Zug: Erklärungen über die „Reinheit des Sports“ müssen jetzt in klare Mechanismen umgesetzt werden, die sowohl auf Sicherheitsherausforderungen als auch auf die moralischen Erwartungen der Gesellschaften reagieren.