Usyk gab Championsgürtel ab – und verhandelt bereits über letzten Kampf ohne Sanktionierungsorganisationen

Die Verzichtserklärung auf die Titel des WBC, WBA, IBF und IBO ist keine altruistische Geste, sondern allem Anschein nach eine Vorbereitung auf einen Vertrag mit dem neuen Promoter Zuffa Boxing, wo es traditionelle Gürtel einfach nicht gibt.

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Олександр Усик (Фото: EPA)

Am Abend des 26. Juni veröffentlichte Oleksandr Usyk eine Stellungnahme auf Instagram: Er gibt alle vier Meistergürtel im Schwergewicht – WBC, WBA, IBF und IBO – ab und macht sie „frei für diejenigen, die in der Schlange stehen". Der Boxer selbst nannte dies eine „bewusste Entscheidung" und versprach einen Last Dance – einen finalen Kampf.

Die öffentliche Begründung ist einwandfrei: Die junge Generation hat die Möglichkeit, um vakante Titel zu kämpfen, anstatt zu warten, dass der Champion selbst entscheidet, seinen Titel zu verteidigen. Aber die Zahlen und Chronologie verleihen dieser Geschichte eine andere Dimension.

Warum ausgerechnet jetzt

Parallel zu Usyks Stellungnahme kursierten in den Medien Gerüchte über seinen Wechsel zu Zuffa Boxing – ein neues Promoter-Projekt von Dana White und dem saudi-arabischen Funktionär Turki Al-Sheikh. Ein Schlüsseldetail: Zuffa Boxing arbeitet nicht mit traditionellen Sanktionierungsorganisationen zusammen – WBC, WBA, IBF. Das heißt, ein Boxer, der einen Vertrag mit ihnen unterschreibt, kann von vornherein keine klassischen Gürtel halten.

Das Team von Usyk dementierte die Gerüchte offiziell. Manager Sergiy Lapin schrieb: „Diese Information entspricht nicht der Realität". Doch Usyk gab die Gürtel ab – und kündigte einen großen Kampf in den USA an, wo Zuffa Boxing gerade seine Haupttätigkeit plant.

„Ich gebe die Gürtel ab, aber ich höre nicht mit dem Sport auf, denn ich habe meinen Last Dance".

Oleksandr Usyk, Instagram, 26. Juni

WBO – bereits ein Präzedenzfall

Dies ist nicht die erste freiwillige Aufgabe. Im Herbst 2024 gab Usyk bereits seinen WBO-Gürtel ab, der an Fabio Wardley als Hauptanwärter überging. Damals wurde dies ebenfalls mit sportlichen Überlegungen erklärt – und nicht mit vertraglichen Umständen. Das Schema wiederholt sich.

Was kommt als Nächstes

Der konkreteste Anhaltspunkt ist Deontay Wilder. Nach Informationen von Fight News 24 könnte der Kampf im April oder Mai 2026 in den USA stattfinden. Promoter Frank Warren bestätigte das Interesse an einem Kampf zwischen dem Sieger des Wilder-Chisora-Kampfes (April 2026) und Usyk.

  • Usyk ist 39 Jahre alt, Bilanz – 25-0 (16 KO)
  • Letzter Kampf: 23. Mai, Sieg über Rico Verhoeven durch K.o. in Ägypten
  • Vier Gürtel freiwillig abgegeben, keiner verloren im Ring

Usyk formulierte die Aufgabe der Gürtel als Geschenk an junge Boxer – und dies könnte aufrichtig gemeint sein. Aber wenn der Last Dance unter der Ägide von Zuffa Boxing stattfindet, wo es noch keine eigenen Titel gibt, dann wird sich zeigen, dass „Altruismus" und Geschäftslogik dieses Mal mit tagesgenauer Präzision zusammenfielen.

Die Frage ist einfach: Wenn Usyk in wenigen Monaten bei einer Pressekonferenz von Zuffa Boxing auftaucht – wird dies die Bewertung der heutigen Geste verändern, oder wird es bereits keine Rolle mehr spielen?

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