Witkoff und Kushner waren dreimal in Moskau – und kein einziges Mal in Kiew. Selenskyj ist bereit, sie schon morgen zu empfangen

Trumps Chefunterhändler bestätigten eine Reise in die Ukraine bereits Anfang April, doch ein konkretes Datum steht noch aus. Zelenskyj erklärte die Verzögerung selbst: Die Gesandten wollen sich nicht vom Präsidenten trennen.

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Стів Віткофф і Джаред Кушнер (Фото: LUDOVIC MARIN / EPA)

Steve Witkoff und Jared Kushner führten in Moskau Verhandlungen mit Putin mehrfach. Nach Kiew sind sie dagegen nie gereist. Genau diese Asymmetrie versucht Zelenski zu korrigieren — öffentlich, hartnäckig und bislang erfolglos.

Was Zelenski in Norwegen sagte

Bei einem Briefing in Oslo bestätigte der Präsident: Es gibt keinen konkreten Termin für den Besuch der amerikanischen Verhandler. Nach seinen Worten hat die Ukraine keine Bestätigung bezüglich der Fristen erhalten. Gleichzeitig fügte Zelenski hinzu, dass Kiew bereit ist, die Delegation jederzeit zu empfangen.

«Wir haben vereinbart, dass sie hierher kommen. Schon als es noch keinen Waffenstillstand im Nahen Osten gab, sagte ich ihnen: Kommt zu uns, und dann geht nach Moskau».

Wolodymyr Zelenski, Briefing in Norwegen

Die Ursache der Verzögerung formulierte Zelenski ohne diplomatische Umschreibung: Witkoff und Kushner könnten nach seiner Einschätzung zu dem Ergebnis gekommen sein, dass sie sich jetzt nicht lange von Trump entfernen können.

Chronologie, die die Spannung erklärt

  • Ende März — Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine in Miami. Das letzte persönliche Treffen beider Seiten.
  • Anfang April — Der Leiter des Büros des Präsidenten, Kyrylo Budanow, teilte Reuters öffentlich mit, dass Witkoff, Kushner und Senator Lindsey Graham kurz nach dem orthodoxen Ostern (12. April) in Kiew erwartet werden.
  • 8.–9. April — Zelenski räumte bei einem geschlossenen Briefing für Journalisten ein, dass es «schwer zu sagen» ist, ob der Besuch überhaupt stattfinden wird oder ob das Treffen an einem anderen Ort im dreigliedrigen Format stattfindet.
  • Videoanruf Anfang April — Zelenski führte ein «positives Gespräch» mit Witkoff und Kushner. Diese bestätigten ihre Absicht zu kommen, nannten aber keine Termine.

Warum das Format wichtiger ist als das Datum

Nach Angaben des Kyiv Independent geht es in diesem Streit nicht um den Kalender, sondern um die Struktur der Verhandlungen. Zelenski schlug ein Schema vor: «Kiew → Moskau»: Die Amerikaner kämen zunächst in die Ukraine, dann zu Putin. Dies würde symbolisch den Status beider Seiten gleichstellen. Die amerikanische Seite erwägt dagegen die Möglichkeit eines dreigliedrigen Treffens sofort — ohne separaten Besuch in Kiew.

Parallel dazu, wie das Kyiv Independent berichtet, diskutierten Witkoff und Kushner in einer Videokonferenz mit Sicherheitsberatern aus der Ukraine, Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen Plan für eine entmilitarisierte Zone. Das heißt, es wird inhaltlich gearbeitet — aber ohne physische Präsenz in der Ukraine.

Kontext, den man nicht ignorieren sollte

Das fünfstündige Treffen von Witkoff und Kushner mit Putin im Kreml endete nach Mitternacht. Nach Einschätzung von Analysten von ZN.ua nutzte Putin das Treffen für seine eigenen Interessen: Er zwang die Amerikaner fast drei Stunden zu warten, richtete neue Drohungen an Europa und bot keine Kompromisse an. Die Tatsache, dass Trumps Gesandte danach immer noch nicht nach Kiew gereist sind, kann Moskau als Beweis für die Asymmetrie in Washingtons Ansatz gegenüber beiden Seiten des Konflikts darstellen.

Zelenski versuchte in Norwegen diese Asymmetrie deutlich zu machen — ohne Vorwürfe, aber mit einer offensichtlichen Botschaft: Wir sind offen, der Ball liegt nicht auf unserer Seite.

Falls Witkoff und Kushner doch vor ihrer Reise nach Moskau nach Kiew kommen, würde dies nicht nur die Symbolik der Verhandlungen ändern, sondern auch, wer deren Tagesordnung bestimmt. Falls nicht — bleibt die Frage offen, wessen Interessen die amerikanische Diplomatie in diesem Krieg tatsächlich vertritt.

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