Fahrer mit vier vorherigen Verkehrsunfällen fuhr in Kiewer Unterführung — vier Tote, darunter ein Kind

Am 5. Juni prallte ein Mercedes auf dem Chokoliwski-Boulevard mit hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab und fuhr in einen unterirdischen Fußgängertunnel ein. Zwei Männer, eine Frau und ein 12-jähriger Junge kamen an Ort und Stelle ums Leben — der Fahrer, ein Bewohner der Region Cherson mit einer Geschichte von Verkehrsverstößen, wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

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Am 5. Juni gegen 17:30 Uhr kam es an der Kreuzung der Straßen Wadym Hetman und Uschynskyj im Rayon Solomianski in Kiew zu einem tragischen Unfall: Ein 49-jähriger Fahrer eines Mercedes-Benz, wohnhaft in der Region Cherson, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit und fuhr in einen Fußgängerbereich. Das Auto raste in einen unterirdischen Fußgängertunnel, in dem sich Menschen aufhielten. Laut der Sprecherin der Nationalpolizei Julia Hirdwilis war das Fahrzeug nahezu völlig zerstört – Trümmer und Leichen wurden auf beiden Seiten des Tunnels dokumentiert.

Vier Tote, drei Verletzte

Am Unfallort starben zwei Männer, eine Frau und ein 12-jähriger Junge. Drei weitere Menschen wurden verletzt. Der Fahrer wurde ins Krankenhaus eingeliefert – er war ebenfalls durch den Unfall verletzt worden.

«Nach vorläufigen Erkenntnissen starben vier Menschen als Folge des Unfalls am Ort des Geschehens, drei weitere wurden verletzt. Alle Umstände werden ermittelt.»

Pressestelle der Kiewier Polizei

Wer saß am Steuer

Wie das Büro des Generalstaatsanwalts mitteilte, war der 49-jährige Mann bereits vor diesem Unfall Beteiligter von vier Verkehrsunfällen und hatte systematisch die Geschwindigkeit überschritten. Der Fahrer wurde gemäß Artikel 208 des Strafprozessgesetzbuchs festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drohen ihm bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe – wegen Verstoßes gegen die Verkehrssicherheitsbestimmungen, der zum Tod mehrerer Personen führte.

Die Generalstaatsanwaltschaft leitete ein Strafverfahren ein. Ein Ermittlungs- und Operativteam arbeitete am Unfallort.

Ein systemisches Problem, kein Zufall

Vier vorherige Verkehrsunfälle und dokumentierte Geschwindigkeitsüberschreitungen – das ist keine anonyme Statistik, sondern eine konkrete Abfolge von Ereignissen, die das System hätte stoppen müssen. In der Ukraine gibt es keinen automatischen Mechanismus zur Entziehung der Fahrlizenz nach einer Serie von Verstößen: Jeder Fall wird einzeln behandelt, und das angesammelte Bild führt nicht zu vorbeugenden Maßnahmen.

  • 2023 starben in der Ukraine mehr als 3.200 Menschen bei Verkehrsunfällen
  • Geschwindigkeitsüberschreitung ist die Ursache jedes dritten tödlichen Unfalls
  • Das automatische Überwachungssystem deckt weniger als 15% der Straßen des Landes ab

Kiew ist keine Ausnahme: Unterirdische Übergänge an belebten Boulevards sind physisch nicht durch Barrieren getrennt, die imstande wären, ein Auto zu stoppen.

Sollte die Ermittlung bestätigen, dass die vier vorherigen Verkehrsunfälle ordnungsgemäß dokumentiert wurden und der Fahrer jedes Mal seinen Führerschein behielt – dann ist dies bereits keine Frage für ihn, sondern für das Verfahren: Ab wann sollte die Anzahl der Verstöße Grund für administrative Fahrverbote sein?

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