Selenskyj: Für die Sicherheit ist ein konkretes Datum für den EU-Beitritt nötig – denn Moskau könnte den Prozess sabotieren

Der Präsident erklärt, die Ukraine sei technisch für das Jahr 2027 bereit, doch ohne ein festgeschriebenes Datum im Friedensplan bestehe das Risiko, dass der Kreml über dritte Akteure politische Sabotage betreibe. Warum das jetzt wichtig ist und wie sich das auf Diplomatie und Sicherheit auswirkt.

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Position des Präsidenten: ein Datum als Sicherheitsgarantie

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte bei einem Briefing am 6. Februar (Korrespondentin von LIGA.net), dass die Ukraine technisch gesehen bereits bis 2027 für einen Beitritt zur EU bereit sein könne. Seiner Ansicht nach besteht jedoch das Risiko, dass Moskau versuchen werde, die Integration nicht direkt, sondern über Dritte zu stoppen, wenn im Friedensplan kein konkretes Datum verankert ist.

"Ich habe bereits gesagt, dass wir technisch [für den EU-Beitritt] bis 2027 bereit sein werden... Und man muss uns verstehen. Sie sprechen vom Kriegsende und zugleich von Sicherheitsgarantien. Und die EU ist für uns eine Sicherheitsgarantie."

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Warum gerade ein Datum nötig ist

Nach Selenskyjs Worten könnte eine rein politische Erklärung nicht ausreichen: Es brauche eine klare Verpflichtung im Friedensplan, die von allen Parteien unterzeichnet ist. In Washington, so sagte er, glaubt man, dass Russland der europäischen Integration der Ukraine nicht entgegentreten werde – das sei im 20‑Punkte-Friedensplan festgehalten. Der Präsident betont jedoch: er glaubt nicht, dass es keine Gegenwehr geben werde, denn in der Praxis werde das Risiko durch andere Akteure realisiert.

Geopolitische Hindernisse

Ein zentrales Hindernis innerhalb der EU ist der Widerstand einzelner Staaten. Im Text wird Ungarn und dessen Premierminister Viktor Orbán erwähnt, dessen Haltung den Prozess immer wieder blockiert. Bloomberg schrieb im August 2025, dass der amerikanische Präsident Orbán nach Gesprächen mit Selenskyj und europäischen Führungspersonen angerufen habe, um die Blockade zu erörtern. Zusätzlich kompliziere sich die Lage durch den innenpolitischen Kontext in den USA: Am 5. Februar 2026 äußerte Donald Trump seine Unterstützung für Orbán bei bevorstehenden Wahlen. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz erklärte am 29. Januar, ein beschleunigter EU-Beitritt der Ukraine sei nicht möglich — ein weiteres Signal dafür, dass die Frage intensive Diplomatie erfordern wird.

Was das für die Ukraine und ihre Partner bedeutet

Selenskyjs Ansatz ist es, die Eurointegration von einem symbolischen Ziel in einen rechtlich verankerten Bestandteil des Friedensplans zu verwandeln, der die Unterzeichner politisch verpflichtet, Blockaden aktiv entgegenzutreten. Das verändert das Spiel: Statt nur langer Verhandlungen über Standards steht die internationale politische Verantwortung im Vordergrund. Nach der Logik des Präsidenten müssten die USA mit einzelnen EU-Mitgliedern arbeiten, um das Vetorisiko zu verringern; das ist politische Arbeit, die oft im Hintergrund stattfindet, aber das Ergebnis entscheidet.

Fazit

Die Ukraine bietet Konkretes an — ein Datum als Sicherheitsfaktor. Das garantiert den Beitritt nicht automatisch, schafft aber internationale Verpflichtungen gegen Sabotage. Nun ist entscheidend: Werden die Partner zustimmen, dieses Datum im Friedensplan zu verankern, und haben sie den politischen Willen, inneren und äußeren Blockaden entgegenzutreten?

"Und ich sage als Präsident der Ukraine, dass ich nicht glaube, dass Russland unsere Bewegung in die EU nicht aufhalten wird... denn es gibt die Praxis, nicht mit eigenen Händen, sondern über andere Subjekte zu handeln — und wir alle verstehen, um welche Subjekte es sich handelt."

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Quellen: LIGA.net (Briefing Selenskyj, 6. Februar), Bloomberg (Erwähnung der Telefonkontakte, August 2025), öffentliche Äußerungen von Friedrich Merz (29. Januar) und Medienberichte über die Positionen der Staats- und Regierungschefs.

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