Kurz
Präsident Володимир Зеленський hat der Werchowna Rada offiziell das Dokument zur Entlassung des Generalleutnants Василь Малюк aus dem Amt des Leiters des Sicherheitsdienstes der Ukraine vorgelegt. Das teilte der Parlamentssprecher Руслан Стефанчук mit und fügte hinzu, dass die Rada den Antrag in Kürze gemäß dem vorgeschriebenen Verfahren prüfen werde.
„Die Rada wird den Antrag des Präsidenten in Kürze gemäß dem festgelegten Verfahren prüfen.“
— Руслан Стефанчук, Sprecher der Werchowna Rada
Warum das wichtig ist
Ein Personalwechsel an der Spitze des SBU ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit. Es geht um nationale Sicherheit, Vertrauen in die Geheimdienste und die Fähigkeit des Staates, gleichzeitig Krieg zu führen und gegen Korruption vorzugehen. Laut Berichten von LIGA.net verbinden zwei Gesprächspartner die Ablösung von Малюк mit der öffentlichen Aufmerksamkeit rund um ein umfangreiches Korruptionsverfahren im Energiesektor (in den Medien als «Міндічгейт» bezeichnet). Sollte das zutreffen, erfolgt der Rücktritt des Chefs der Sicherheitsbehörde vor dem Hintergrund erhöhter Aufmerksamkeit für Ermittlungen, die direkte Auswirkungen auf die energetische Widerstandsfähigkeit des Landes haben.
Verfahren und konkrete Schritte
Gemäß der Verfassung nimmt die Werchowna Rada auf Vorschlag des Präsidenten die Ernennung und Entlassung des SBU-Chefs vor. Parallel dazu hat der Präsident bereits den kommissarischen Leiter des SBU, Євгеній Хмара, den Leiter des Spezialoperationszentrums „Alpha“, eingesetzt. Juristen, mit denen LIGA.net sprach, wiesen darauf hin, dass der Präsident hierfür einen gesonderten Erlass unterzeichnet habe, der das Verfahren zur Ernennung eines vorläufigen Leiters in Teilen verändere — die Details, auf die Juristen hinweisen, werden im Falle rechtlicher Anfechtungen von Bedeutung sein.
Personeller Kontext im Kabinett
Dieser Schritt erfolgt parallel zu einer Reihe weiterer Umbesetzungen: Am 9. Januar gingen der Rada Rücktrittserklärungen des Verteidigungsministers Шмигаль und des ersten Vizepremiers — des Ministers für digitale Transformation Федоров — zu. In der Kombination könnten diese Umstellungen auf einen Versuch hindeuten, die managementbezogene Verantwortung zwischen den Ministerien angesichts verstärkter Aufmerksamkeit für Energie und Verteidigung neu zu verteilen.
Wie es weitergeht und was die Öffentlichkeit erwarten kann
Das Parlament muss den Antrag formell prüfen; die weitere Entwicklung hängt von der parlamentarischen Mehrheit und den Positionen der Fraktionen ab. Für die Öffentlichkeit sind vor allem folgende Fragen entscheidend: Wird es eine transparente Aufklärung der korruptionsbezogenen Energieskandale geben, bleibt die operative Leistungsfähigkeit des SBU während des Führungswechsels erhalten, und inwieweit werden Personalentscheidungen dazu beitragen, kritische Infrastruktur zu schützen.
Analysten betonen, dass der Austausch des Leiters eines Geheimdienstes während eines großen Krieges stets ein Risiko darstellt: Einerseits bietet er die Chance, Ansätze zu erneuern und Anti-Korruptionsmechanismen zu stärken; andererseits besteht das Risiko eines vorübergehenden Verlusts an koordinierter Führung. Nun ist das Parlament am Zug: Die Entscheidung der Abgeordneten wird bestimmen, ob die Bekenntnisse zu Reformen in konkrete Maßnahmen münden.