Genf: Militärischer Fortschritt, aber politische Sackgasse — was bedeutet das für die Ukraine?

Die zweite Sitzung der trilateralen Verhandlungen brachte konkrete Fortschritte bei der Überwachung eines Waffenstillstands, doch politische Differenzen blieben bestehen. Warum das jetzt für die Sicherheit und die Diplomatie der Ukraine wichtig ist.

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Володимир Зеленський (Фото: ОП)

Kurz

Der zweite Verhandlungstag in Genf zwischen der Ukraine, den USA und Russland brachte konkrete Vereinbarungen auf operativer Ebene — löste aber keine der zentralen politischen Fragen. Das bedeutet: Es gibt Instrumente, die Sicherheit vor Ort zu stärken, doch ohne politische Entscheidungen bleiben die Risiken bestehen.

Was Wolodymyr Selenskyj sagte

Nach einer etwa zweistündigen Diskussion erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die Seiten in militärischen Fragen konstruktiv gewesen seien und es Ergebnisse zur Überwachung des Waffenstillstands gebe. Einen politischen Durchbruch habe es seinen Angaben zufolge nicht gegeben — der Dialog solle fortgesetzt werden, doch vergleichbare Ergebnisse wie im militärischen Bereich lägen bisher nicht vor.

„Im militärischen Bereich habe ich Fortschritte gehört, im politischen Bereich gab es einen Dialog – man hat sich darauf geeinigt, weiterzugehen und fortzufahren. Dort habe ich nicht denselben Fortschritt gehört wie im militärischen Bereich.“

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Warum die Ergebnisse im militärischen und politischen Bereich unterschiedlich sind

Militärische Fragen haben oft einen technischen Charakter: Kontrollmechanismen, Monitoring, Interaktionsverfahren — im Kern sind das Fragen des Vertrauens in Operationen. Genau hier lassen sich leichter Kompromisse finden, sogar zwischen verfeindeten Parteien, wenn eine dritte Partei als Garant auftritt. Deshalb ist das Signal, dass die Überwachung des Waffenstillstands unter Beteiligung der USA erfolgen wird, praktisch und bedeutsam für die Sicherheit an der Front.

Politik berührt hingegen Themen wie Souveränität, Gebietsfragen und Garantien — hier weichen die Interessen der Seiten grundlegend voneinander ab. Medienberichten zufolge stellte der US-Sondergesandte Witkoff gewisse Fortschritte fest, während Axios von einer Sackgasse berichtete, die mit der Anwesenheit einzelner Berater auf russischer Seite zusammenhänge. Diese Widersprüche erklären, warum sich ein militärischer Mechanismus schneller ausverhandeln lässt als ein politisches Abkommen.

Wie es weitergeht und wie das uns beeinflusst

Die nächsten Schritte sind ein detaillierter Bericht der Verhandlungsgruppe in der Ukraine und die Arbeit daran, die militärischen Ergebnisse in rechtlich verankerte Mechanismen zu überführen. Wenn die Partner die Überwachung in die Praxis umsetzen, würde das zusätz-lichen Schutz für die ukrainischen Bürger bieten und das Risiko einer Eskalation in einzelnen Frontabschnitten verringern.

Die zentrale Frage bleibt jedoch politischer Natur: Wird Russland Kompromisse eingehen, die einen dauerhaften Waffenstillstand und politische Garantien sichern? Analysten weisen darauf hin, dass technische Absprachen ohne Fortschritte in der politischen Dimension nur begrenzte Wirkung haben werden.

Fazit

Genf hat gezeigt: In der großen Diplomatie ist der erste Schritt manchmal eine technische Vereinbarung, die Raum für weitere politische Entscheidungen schafft. Jetzt besteht die Aufgabe der Ukraine und ihrer Partner darin, militärische Ergebnisse in ein dauerhaftes Sicherheitssystem zu überführen und Druck auf den politischen Teil der Verhandlungen auszuüben, damit diese Mechanismen nicht nur auf dem Papier bestehen bleiben.

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