Debütant der Nationalmannschaft weckte den Verletzten nicht auf — und tat damit mehr, als mit einer Autogrammkarte

Der Verteidiger Oleksandr Romantsuk hinterließ ein signiertes Wimpel am Bett des Soldaten Sergij Wolkow, der den Besuch der Nationalmannschaft verschlafen hatte. Der Fußballer selbst half, die Unterschrift zu identifizieren, indem er in den sozialen Netzwerken antwortete.

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Die ukrainische Fußballnationalmannschaft bereitet sich auf ein Freundschaftsspiel gegen Dänemark in Lwiw vor. Teil der Vorbereitungen war ein traditioneller Besuch in einem Militärkrankenhaus — dem Militärmedizinischen Klinischen Zentrum der Westregion, in dem verwundete Verteidiger aus acht Landesregionen zur Rehabilitation behandelt werden. UAF-Präsident Andriy Shevchenko, der Trainerstab und die gesamte Mannschaft sprachen mit den Kämpfern und überbrachten Hilfsgüter an die Einrichtung.

Doch über diesen Besuch sprach man nicht wegen der protokollarischen Fotos.

Aufgewacht — neben mir liegt eine Flagge

Der verwundete Soldat Sergiy Volkov schrieb ehrlich in dem sozialen Netzwerk Threads: Die Fußballer kamen, aber er schlief. Als er aufwachte, sah er neben seinem Bett eine signierte Flagge. Wessen Unterschrift — unklar.

«Die Fußballer aus der ukrainischen Nationalmannschaft kamen ins Krankenhaus — ich bin ehrlich gesagt eingeschlafen. Als ich aufwachte, sah ich neben mir eine Flagge mit einem Autogramm, und ich weiß nicht mal, wem ich dankbar sein soll. Wer erkennt den Unterschrift?»

Sergiy Volkov, auf Threads

Der Autor war Oleksandr Romanchuk — ein 25-jähriger Innenverteidiger des Clubs Universitatea Craiova (Rumänien), ein Debütant der Nationalmannschaft. Er debütierte in einem kürzlich stattgefundenen Freundschaftsspiel gegen Polen (2:0), wobei er die erste Halbzeit spielte. Im Krankenhaus beschloss er, den schlafenden Kämpfer nicht zu wecken — er hinterließ einfach die Flagge und ging weiter.

«Ja, das bin ich — ich wollte deinen Schlaf nicht stören, also beschloss ich, es neben dir zu hinterlassen. Danke, dass du uns schützt, und gute Besserung!»

Oleksandr Romanchuk — als Antwort auf Volkovs Beitrag

Warum das nicht nur eine «schöne Geste» ist

Romanchuk rief die UAF nicht an und bat um einen «Post». Er antwortete persönlich in sozialen Netzwerken — und nur so erfuhr Volkov seinen Namen. UAF-Vertreter schlugen dem Soldaten in den Kommentaren vor, Kontakte auszutauschen, um sich während der Vorbereitungen zu treffen.

Ein Detail, das den Kontext verändert: Romanchuk ist ein Debütant. Kein Star, dem ein Autogramm nichts kostet. Eine Person, die gerade erst zur Nationalmannschaft einberufen wurde und nach Angaben des Cheftrainers Malderi «seine Position auf die beste Weise spielte». Im Krankenhaus tat er das, was keine Aufmerksamkeit brauchte — und deshalb erregte es sie.

Die Nationalmannschaft übergab dem Krankenhaus während dieser Vorbereitungen materielle Hilfe. Aber im Netzwerk verbreitete sich nicht diese Nachricht — sondern das Foto der Flagge auf dem Bett des schlafenden Kämpfers.

Wenn die UAF wirklich ein persönliches Treffen zwischen Romanchuk und Volkov während der Vorbereitungen organisiert — wird dies zu einem Präzedenzfall, den man festhalten sollte: nicht Wohltätigkeit zur Schau, sondern eine konkrete Vereinbarung zwischen Fußballer und Verteidiger. Die Frage ist, ob es dazu kommt, nachdem die Kameras weg sind.

Weltnachrichten