Edgware Road als Demarkationslinie: Warum die Londoner Feiermeute zu Unruhen ausartete

# Übersetzung ins Deutsche: Nach Frankreichs 2:0-Sieg gegen Marokko im Viertelfinale der WM 2022 auf der Edgware Road in London blockierte eine Menschenmenge den Verkehr, zündete Feuerwerk ab und warf Flaschen auf Polizisten. Ein Beamter wurde mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus eingeliefert, vier Teilnehmer wurden wegen „gewalttätiger Unruhen" verhaftet.

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Um 23:01 Ortszeit erhielt die Leitstelle des Londoner Rettungsdienstes einen Notruf in der Edgware Road, W1H. Ein Rettungswagen, ein Notfallfahrzeug mit Sanitätern und ein Einsatzbeamter wurden dorthin geschickt. Ein Polizist, der von einer Glasflasche getroffen wurde, wurde mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht — das ist das einzige bestätigte Opfer jener Nacht.

Wie Hunderte Menschen zu einer Menschenmenge wurden

Die Edgware Road ist das Herz der nahöstlichen Gemeinde Londons. Hunderte von Fans hatten sich dort bereits vor dem Schlussschlussstrich versammelt. Nachdem Marokko 0:2 verloren hatte, sperrte ein Teil der Menschenmenge die Straße, kletterte auf Ampeln, zündete Feuerwerk und Leuchtfackeln mitten auf der Fahrbahn. Die Polizei erhielt den ersten Notruf wegen der Straßenblockade — die Eskalation fand erst nach dem Eintreffen der Streifen statt.

«Beamte wurden zunächst wegen einer Gruppe von Menschen, die die Straße blockiert hatte, gerufen. Dann eskalierte der Vorfall zu Flaschenwerfen und Feuerwerk. Ein Beamter wurde mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus eingeliefert — es wird angenommen, dass er von einer Glasflasche getroffen wurde».

Sprecherin der Metropolitan Police London

Bis 1:00 Uhr morgens gelang es, die Straße freizugeben. Vier Personen wurden unter dem Vorwurf «gewalttätiger Ausschreitungen» (violent disorder) festgenommen. Die Metropolitan Police teilte mit, dass sie CCTV-Aufnahmen und Beiträge in sozialen Medien überprüft, um «alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen».

Pariser Kontrast: 20.000 Polizisten — und trotzdem Tränengas

Frankreich setzte für das Spiel einen beispiellosen Sicherheitseinsatz ein: über 20.000 Polizisten im ganzen Land, davon 8.000 in Paris. Trotzdem versammelten sich auf den Champs-Élysées etwa 20.000 Fans, die Polizei setzte Tränengas ein, und das französische Innenministerium bestätigte etwa 100 Festnahmen aus verschiedenen Gründen. Das heißt, das «friedliche» Feiern in Paris übertraf die Londoner Unruhen in der Anzahl der Verhaftungen um das 25-Fache — nur wurde es in den französischen Medien als Hintergrund des Sieges dargestellt, nicht als separate Ereignis.

Struktureller Kontext

Für London ist dies nicht der erste Fall dieser Art: Die Edgware Road ist bereits in Berichten nach Spielen der Nationalmannschaften Algeriens und Marokkos bei früheren Turnieren erwähnt worden. Das Muster ist immer gleich: spontane Ansammlung → Straßenblockade → Eskalation nach einer Niederlage. Die örtliche Polizei führte keine Präventivmaßnahmen durch, die mit der Pariser vergleichbar wären — und die Frage, ob die fehlende Vorbereitung ein Fehler oder eine bewusste Entscheidung war, bleibt offen.

Mahfud Amara, Professor an der Universität Katar und Forscher des arabischen Sports, argumentiert, dass Sicherheitskräfte in Ländern wie Frankreich und Belgien auf die Feiern von Fans aus dem Maghreb als Sicherheitsbedrohung reagieren — und genau dieser Rahmen prägt das Verhalten der Menschenmenge als Reaktion.

  • London: 1 Polizist hospitalisiert, 4 verhaftet, Straße um 1:00 Uhr geöffnet
  • Paris: ~100 verhaftet, Tränengas auf den Champs-Élysées, 20.000 Sicherheitskräfte im Einsatz
  • Metropolitan Police: verspricht CCTV- und Social-Media-Analyse für weitere Festnahmen

Falls Marokko ins Finale kommt oder sich für das nächste große Turnier qualifiziert — wird sich das Reaktionsmuster der britischen Polizei in der Edgware Road ändern, oder wird es wieder nur vom Ergebnis auf dem Anzeigetafel abhängen?

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