Die Entscheidung ist technisch, aber symptomatisch: Das UEFA-Exekutivkomitee hat Änderungen an der Zulassungsordnung für Teilnehmer der europäischen Pokalseason 2026/27 vorgenommen, und in den aktualisierten Tabellen für Russland stehen null Plätze. Weder in der Champions League, noch in der Europa League, noch in der Conference League. Zusätzlich fehlt es in der Nations League, den Futsal-Meisterschaften und dem Regionalpokales.
Fünf Saisons – und die Verlustbilanz wächst
Die Sanktionen traten im Februar 2022 gleichzeitig von der UEFA und der FIFA in Kraft – unmittelbar nach Beginn der groß angelegten Invasion. Seitdem verpasst Russland bereits den fünften aufeinanderfolgenden europäischen Pokalspieljahr. Nach der Saison 2025/26 belegt das Land nur Platz 28 in der UEFA-Koeffizientenrangliste – ein Indikator, der wegen der Abwesenheit von Ergebnissen auf der kontinentalen Bühne weiter fällt.
Die finanziellen Folgen sind paradox. Wie The Guardian unter Berufung auf Daten der Organisation berichtet, zahlte die UEFA ausgeschlossenen russischen Clubs über €10,8 Millionen in „Solidaritätsmitteln" nach Verhängung der Suspendierung: €3,3 Millionen in 2022–23, €3,38 Millionen in 2023–24 und €4,22 Millionen in 2024–25. Gleichzeitig erhielten fünf ukrainische Clubs – darunter „Tschornomorez" – keine ähnlichen Zahlungen: Eine Schweizer Bank blockierte die Transaktionen mit Verweis auf eine „Kampfzone".
„Das Verbot für russische Teams läuft meiner Meinung nach bereits dreieinhalb Jahre. Ich sehe keine Reaktion von der politischen Seite".
Aleksander Čeferin, UEFA-Präsident, Interview mit Politico, September 2025
Transfers – eine separate Grauzone
Während die Clubs nicht in Europa spielen, gehen Spieler weiterhin dorthin und kehren zurück. Nach Angaben der Investigativzeitung Follow the Money führten russische Clubs im Sommer 2024 49 bezahlte Transfers mit ausländischen Mannschaften im Wert von etwa €100 Millionen durch – ein Rekord nach der Invasion. Etwa die Hälfte der Deals war mit EU-Clubs, darunter Teams aus Deutschland, Spanien und Frankreich. Mindestens 11 von ihnen riskierten, gegen EU-Sanktionsgesetze zu verstoßen.
Die FIFA wiederum verpflichtete europäische Clubs, geltende Verträge zu erfüllen – und die meisten hielten sich daran. Eine Ausnahme war „West Ham", das im Mai 2025 eine Berufung beim Internationalen Schiedsgerichtshof für Sport (CAS) gewann: Dieser befand es für „objektiv unmöglich", die zweite Rate aufgrund von Sanktionen zu zahlen.
Die Bedingung für die Rückkehr ist die gleiche
Čeferin antwortete im April 2025 auf dem UEFA-Kongress in Belgrad eindeutig auf die Frage zur Aufhebung des Verbots: Die Organisation werde diese Entscheidung nur nach Beendigung des Krieges in der Ukraine überprüfen. Kein schrittweiser Rückgabemechanismus, keine Zwischenkriterien wurden angekündigt.
- Saison 2026/27 – das fünfte aufeinanderfolgende Jahr ohne Teilnahme Russlands an einem UEFA-Turnier
- €10,8 Millionen – Summe der „Solidaritätszahlungen" der UEFA an ausgeschlossene russische Clubs über drei Saisons
- Platz 28 – aktuelle Position Russlands in der UEFA-Verbänderrangliste, die direkt die Anzahl der Plätze nach möglicher Rückkehr bestimmt
- €100 Millionen – Volumen der Auslandstransfers der RPL im Sommer 2024 trotz Suspendierung
Die UEFA-Formel ist einfach: Das Verbot bleibt bis zum Ende des Krieges bestehen, aber je tiefer Russlands Koeffizientenindex fällt – desto länger wird es dauern, die Position auch nach einer hypothetischen Rückkehr wiederherzustellen. Falls die Sanktionen noch zwei bis drei weitere Saisons andauern, riskiert Russland, sogar das Recht auf direkte Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League zu verlieren – und die Rückkehr würde durch die Qualifikation erfolgen müssen, die es seit 2021 nicht gespielt hat.