s1mple spielte mit Russen im Team – darf jetzt nicht für die Ukraine spielen

Der Ukrainische Esports-Verband hat Aleksandr Kostyljew auf die Verbotsliste gesetzt, weil er in einem Team mit dem Russen electroNic spielte. Das Verbot beendet nicht seine internationale Karriere – setzt aber einen öffentlichen Punkt bei einer Frage, die die ukrainische Community seit Januar stellte.

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Der Verband für Esports der Ukraine (UESF) setzte Aleksandr „s1mple" Kostyljew am 19. Juni auf die offizielle Sperrliste. Grund: Teilnahme an offiziellen Matches in einem Team zusammen mit Russen. Die Disqualifikation gilt bis zum 30. Juni 2027.

Zusammen mit s1mple landeten weitere 32 ukrainische Esportler auf der Sperrliste – alle wegen desselben Verstoßes. Am selben Tag veröffentlichte die UESF eine neue Disziplinarordnung, und die Liste war die erste öffentliche Demonstration dafür, dass die Regeln nicht nur theoretischer Natur sind.

Wer und warum

2025 kehrte Kostyljew aus einer Pause zurück und unterzeichnete einen Vertrag mit BC Game Esports. Im Herbst gesellte sich der Russe Denis „electroNic" Scharipow zum Team – ehemaliger Teamkollege von s1mple noch bei NaVi. Das Wiedersehen war nicht neutral: im Januar 2026 schüttelten sich Kostyljew und electroNic nach einem Sieg beim Turnier in Krakau öffentlich die Hand. s1mple trug ein Trikot mit blau-gelbem Patch, electroNic mit der russischen Trikolore. Das Foto verbreitete sich schnell in sozialen Netzwerken und löste eine Welle der Kritik aus.

„Teilnahme an offiziellen Matches in einem Team zusammen mit Russen" – genau so formuliert die UESF den Grund für die Disqualifikation auf ihrer Sperrliste.

Verband für Esports der Ukraine, Sperrliste vom 19. Juni 2026

Was das Verbot in der Praxis bedeutet

  • Kostyljew kann nicht bei Turnieren antreten, bei denen die UESF Organisator, Partner oder Unterstützer ist.
  • Er wird aus der ukrainischen Nationalmannschaft bei internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.
  • Die meisten großen internationalen Turniere – IEM, Major – fallen nicht unter das Verbot. BC Game tritt auf der Weltbühne ohne Einschränkungen an.

Das heißt, für die alltägliche Karriere von s1mple – einem der erfolgreichsten Spieler in der Counter-Strike-Geschichte – ändert die Sanktion praktisch nichts. Aber für die UESF ist dies ein Präzedenzfall: Die Föderation hat zum ersten Mal öffentlich einen Spieler mit diesem Namen bestraft und machte keine Ausnahme für ihn.

Eine Grenze, die es nicht gab

Vor dieser Entscheidung blieb die Frage „kann man mit Russen im selben Team spielen" für die UESF in einer Grauzone – ohne klare Sanktionen, nur mit gesellschaftlichem Druck. Nun hat die Verbände ein konkretes Datum festgelegt: ein Verstoß ist die Teilnahme an offiziellen Matches nach dem 1. Juli 2025. Alle Matches, die auf HLTV, Liquipedia oder VLR dokumentiert sind, dienen als Beweise.

Die Frage, die offen bleibt: Wenn die Disqualifikation die internationale Karriere nicht beeinflusst – ist dies dann eine Strafe für den Spieler oder ein Signal an die Organisatoren großer Turniere, um selbst ähnliche Regeln einzuführen?

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