Am Sonntag, 29. Juni, ertönten Schüsse auf dem San Pedro Square in San Jose (Kalifornien) — einem der Hauptfan-Plätze der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in der Bucht von San Francisco. Eine Person starb am Ort der Tat, eine andere wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Verdächtige floh vor Eintreffen der Polizei.
Was über den Vorfall bekannt ist
Zum Zeitpunkt der Schießerei wurde kein Spiel auf dem Platz übertragen — das einzige Spiel des Tages war etwa 14:00 Uhr Ortszeit zu Ende gegangen. Nach Angaben von Reuters dokumentierte ein Journalist der Agentur, der vor Ort war, eine massive Polizeipräsenz, mehrere Streifenwagen und eine Person auf einer Trage, bedeckt mit einem weißen Laken.
«Ein Opfer wurde am Ort der Tat für tot erklärt. Das zweite Opfer wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Dieser Vorfall wird als Mord ermittelt. Mehrere angrenzende Straßen wurden gesperrt.»
— Polizei von San Jose, Beitrag auf X
San Pedro Square als Symbol des Turniers
Die Bucht von San Francisco hat bereits fünf Spiele der WM 2026 ausgetragen. Der San Pedro Square war während des gesamten Turniers ein Ort des Massenfandoms — Tausende kamen hier zu Spielübertragungen auf großen Leinwänden zusammen. Das letzte große Spiel hier — das Playoff zwischen Bosnien und den USA — fand Mittwoch vor dem Vorfall statt.
Die Polizei ermittelt derzeit das Motiv und die Umstände der Schießerei. Der Verdächtige bleibt vorerst auf freiem Fuß.
Ein Muster, kein Einzelfall
Dies ist nicht der erste ähnliche Vorfall rund um die Fan-Zonen der WM 2026 in Kalifornien. Am 18. Juni eröffnete der 19-jährige Andy Rodriguez in der koreanischen Diaspora-Gemeinde Los Angeles nach einem Streit mit einer Gruppe von Menschen das Feuer in der Nähe einer Fan-Zone — die Polizei nahm ihn denselben Abend fest. Ein Mann, der versuchte, den Schützen zu stoppen, wurde verletzt. Nach Angaben von NBC Bay Area ereigneten sich beide kalifornischen Vorfälle nicht während der Übertragung von Spielen — dies widerspricht der verbreiteten Darstellung von Gewalt in Fußball-Menschenmengen.
- San Jose, 29. Juni: 1 Toter, 1 Verletzter — Verdächtiger flüchtig, Ermittlungen wegen Mordes
- Los Angeles, 18. Juni: 1 Verletzter — Verdächtiger noch am selben Tag festgenommen
Turnierveranstalter und die Stadtverwaltung von San Jose haben sich bisher nicht dazu geäußert, ob der Vorfall den Betrieb der Fan-Zone bis zum Ende des Turniers beeinflussen wird.
Sollten die Ermittlungen ergeben, dass die Schießerei nicht mit dem Fußball-Kontext zusammenhängt, handelt es sich um eine Frage der Sicherheit öffentlicher Räume überhaupt, nicht um die Sicherheit eines bestimmten Turniers. Wenn die Polizei jedoch einen Zusammenhang zwischen dem Konflikt und Fan-Aktivitäten feststellt, geraten FIFA und das Organisationskomitee unter Druck, die Sicherheitsprotokolle an den übrigen Austragungsorten zu überprüfen.