Kurz und wichtig
Apple soll die Produktion des Mixed‑Reality‑Headsets Vision Pro zurückfahren und die Marketingunterstützung nahezu eingestellt haben — das berichtet The Guardian unter Berufung auf Analysten.
„Der Konzern Apple sei gezwungen, die Produktion des Mixed‑Reality‑Headsets Vision Pro sowie die Marketingausgaben dafür wegen schwacher Verkäufe zu kürzen“
— The Guardian
Was die Daten sagen
Nach Angaben, die die Financial Times unter Berufung auf Daten von Sensor Tower zitiert, hat Apple die Marketingausgaben für das Vision Pro im Jahr 2025 um mehr als 95 % reduziert. Apple veröffentlicht keine offiziellen Verkaufszahlen, aber IDC schätzt, dass im letzten Quartal 2025 etwa 45.000 Geräte verkauft wurden — deutlich weniger als bei einem Massenprodukt.
„Apple hat die Marketingausgaben für das Headset im Jahr 2025 um mehr als 95 % reduziert“
— Financial Times (Daten: Sensor Tower)
IDC berichtet außerdem, dass der chinesische Auftragshersteller Luxshare die Produktion des Headsets Anfang 2025 eingestellt habe, und Apple die Direktverkäufe nicht auf mehr als 13 Länder ausgeweitet habe, was die Verfügbarkeit des Geräts einschränkte.
Warum es dazu kam
Wesentliche Faktoren sind der hohe Preis (mindestens $3499), Gewicht und Komfort bei längerer Nutzung sowie die begrenzte Anzahl nativer Anwendungen, die die Investition rechtfertigen. Der AR/VR‑Markt bleibt eine Nische: Nutzer und Entwickler warten entweder auf eine deutliche Preisreduktion oder auf einige wenige ‚Killer‑Apps‘, die die Nutzungsszenarien verändern.
Folgen für die Branche und für die Ukraine
Das ist nicht nur die Niederlage eines Modells — es ist ein Signal an Investoren und Entwickler: Große Akteure gruppieren sich um und orientieren sich auf das, was schneller kommerzielle Effekte bringt, insbesondere auf KI‑gestützte Lösungen. Für den ukrainischen IT‑Markt hat das zwei Seiten:
- Risiko: geringeres Interesse globaler Investoren an teuren Hardware‑Experimenten könnte die Zahl der AR/VR‑Projekte reduzieren, die von internationalen Partnern finanziert werden.
- Möglichkeit: die Verschiebung des Schwerpunkts auf KI und Software‑Services schafft Nachfrage nach Software‑Teams, Systemintegration und Datensätzen — Segmenten, in denen ukrainische Unternehmen traditionell stark sind.
Wie es weitergeht
Es wird erwartet, dass Apple 2026 eine günstigere Version des Vision Pro vorstellen und KI‑Funktionen stärker in seine Geräte integrieren könnte. Wenn diese Schritte erfolgen, könnten sie das Interesse an der Plattform wiederbeleben, jedoch in veränderter Form — mit geringerem Fokus auf teure Hardware und stärkerem Fokus auf ein Ökosystem aus Diensten und Anwendungen.
Für die Ukraine ist das eine Chance, Prioritäten neu zu überdenken: in Software‑Produkte, Tools zur Inhaltserzeugung und KI‑Lösungen zu investieren, die sich schnell skalieren und exportieren lassen.
Fazit
Die Situation um das Vision Pro ist nicht nur die Geschichte eines einzelnen Geräts. Sie markiert eine Veränderung in den Strategien der Tech‑Giganten: Hardware‑Experimente sind teuer, der Markt wartet auf praxisnahe Anwendungsfälle, und Investitionen fließen dorthin, wo schneller kommerzielle Ergebnisse sichtbar werden. Für die ukrainische IT‑Community ist das ein Signal: Angebote an die Nachfrage nach Software und KI anzupassen und nicht ausschließlich auf Nischen‑Hardwarelösungen zu setzen.
Quellen: The Guardian, Financial Times (Daten: Sensor Tower), IDC.