Google baut in Texas ein nahezu „wasserloses“ Rechenzentrum — Investition von 40 Mrd. US-Dollar und ihre Folgen für Energie und Wasser

Google hat ein weiteres großes Rechenzentrum in Texas mit Luftkühlung angekündigt, im Rahmen von Investitionen in Höhe von 40 Milliarden Dollar. Das reduziert den Wasserverbrauch, wirft aber Fragen zur Belastung des Stromnetzes, zu Preisen und zur Regulierung auf — wichtig nicht nur für die USA, sondern auch als Lehre für die Ukraine.

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Дата-центр (Фото: Depositphotos)

Was angekündigt wurde

Google hat den Bau eines neuen Rechenzentrums in Texas bestätigt, das „fortschrittliche luftbasierte Kühltechnik” einsetzen soll, um den Verbrauch von Süßwasser zu minimieren. Laut Unternehmensangaben werde Wasser nur für kritische Bedürfnisse des Campus verwendet, etwa in Küchen, jedoch nicht für die Hauptkühlsysteme der Server.

Das Projekt ist Teil eines zweijährigen Investitionsprogramms in Höhe von $40 Mrd im Bundesstaat. Im Rahmen dieser Strategie berichtet Google auch über Verträge mit Energieanbietern, die die Hinzufügung von etwa 7.800 MW neuer sauberer Kapazitäten zum texanischen Energiesystem vorsehen.

Warum das wichtig ist

Die technische Umstellung — der Wechsel von Wasserkühlung zu effizienten luftbasierten Lösungen — verringert das Risiko der Erschöpfung lokaler Wasserressourcen, insbesondere in Regionen mit periodischer Dürre. Gleichzeitig sind großflächige Rechenzentren große Stromverbraucher; das Hinzufügen von Tausenden Megawatt hat direkte Auswirkungen auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage und auf die Preise für Endverbraucher.

Für die Ukraine ist das ein wichtiges Signal: Die digitale Infrastruktur während Krieg und Wiederaufbau muss unter Berücksichtigung der Ressourcensicherheit — Energie und Wasser — geplant werden und gleichzeitig mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Übertragungsinfrastruktur erfolgen.

Widerstand und Risiken

Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund zunehmenden Widerstands lokaler Gemeinden gegen großflächige Rechenzentren. Kritiker befürchten steigende Stromtarife, wachsende Treibhausgasemissionen (falls die neue Erzeugung nicht ausreichend sauber ist) und potenzielle Umweltprobleme in Zusammenhang mit der Wasserqualität in der Nähe der Infrastruktur.

In der Vergangenheit gab es rund um Hyperscale‑Projekte von Unternehmen lokale Skandale und Fragen zur Wasserqualitätskontrolle — Fälle erhöhter Nitratkonzentrationen und andere Vorfälle veranlassen Gemeinden dazu, eine transparente Umweltprüfung und Überwachung zu fordern.

„Wasser wird nur für kritische Bedürfnisse des Campus verwendet, insbesondere für Küchen, und nicht für die Kühlsysteme der Server“

— Google‑Pressestelle

Lehren für die Ukraine

1) Die Infrastruktur der digitalen Wirtschaft muss unter Berücksichtigung der Ressourcensicherheit aufgebaut werden: Energie + Wasser + Reserven. 2) Verträge über zusätzliche Kapazitäten müssen Garantien für saubere Erzeugung enthalten, um lokale Emissionsspitzen und Preissteigerungen zu vermeiden. 3) Transparente Umweltüberwachung und Einbeziehung der Gemeinden sind die Voraussetzung für eine gesellschaftliche Lizenz zum Betrieb großer Anlagen.

Nun die Frage an Partner und Regulierungsbehörden: Werden die großen Investitionen in die digitale Infrastruktur zur Quelle nachhaltiger Entwicklung und energetischer Resilienz oder zu einer zusätzlichen Belastung für lokale Gemeinschaften? Die Antwort hängt nicht nur von den Technologien ab, sondern von den Spielregeln und der Kontrolle ihrer Einhaltung.

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