Google benannte Tiles in Widgets um – und das ist kein rein kosmetischer Schritt

Wear OS 7 ersetzt die gewohnten "Kacheln" durch einheitliche Widgets, die mit Android kompatibel sind, und öffnet die Galaxy Watch für Entwickler von Drittanbietern. Hinter dem praktischen Rebrand steckt ein ernstes Engagement für Gemini und die Sprachsteuerung der Smartwatch.

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Віджети (Фото: Google)

Auf der Google I/O 2026 kündigte das Unternehmen Wear OS 7 an – die erste Version des Betriebssystems für Smartwatches, die auf Android 17 basiert. Die Hauptveränderung sieht äußerlich unbedeutend aus: Die gewohnten Tiles (vollbildschirmfüllende „Kacheln" mit Informationen) wurden offiziell in Wear Widgets umbenannt. Doch hinter dem Rebranding steckt eine grundlegend andere Architektur.

Warum „nur eine Umbenennung" ein ungenaues Bild ist

Die neuen Wear Widgets unterstützen die Formate 2×1 und 2×2 – identisch mit Android-Widgets auf Smartphones. Das Ziel, wie Google erklärt, besteht darin, dass ein Entwickler ein Widget einmal schreiben und es gleichzeitig auf dem Telefon und der Uhr bereitstellen kann, ohne doppelte Anpassung. Gleichzeitig ist die API rückwärts kompatibel mit Wear OS 4 und höher – ältere Uhren werden also nicht ohne Updates gelassen.

Ein praktisch wichtiger Punkt für Galaxy Watch-Besitzer: Widgets können nun Multi-Info Tiles auf Samsung-Uhren ausfüllen, die zuvor ausschließlich für Samsungs eigene Lösungen verfügbar waren. Das öffnet die Galaxy Watch für das Ökosystem von Drittentwicklern – etwas, das es vorher nicht gab.

„Vollbildschirm-Tiles waren die Hauptmethode, um Informationen auf Wear OS zu erhalten. Nun bringen wir die Uhr näher an den Rest der Android-Familie heran"

– Android Developers Blog, Google I/O 2026

Gemini am Handgelenk: nicht für alle und nicht jetzt

Parallel zu den Widgets präsentierte Google die AppFunctions API – ein Tool, das es Gemini ermöglicht, Aktionen innerhalb von Drittanbieter-Apps per Sprachbefehl auszuführen. Beispiele von der Google I/O Bühne: „Starten Sie ein Lauftracking" über Samsung Health oder bestellen Sie Essen über DoorDash, ohne die App zu öffnen.

Doch es gibt eine wesentliche Einschränkung: Gemini Intelligence erfordert die Unterstützung von Gemini Nano v3 – dieselbe Hardware-Schwelle, die die Funktion derzeit auf wenige Flagship-Android-Telefone beschränkt. Das bedeutet, dass das vollständige KI-Erlebnis nur neue Modelle von 2026 erhalten – erwartet werden die Pixel Watch 4 und bestimmte Varianten der Galaxy Watch 8. Ältere Uhren mit Wear OS 7 erhalten Widgets und Live Updates, aber ohne Gemini.

Was sich noch ändert

  • Live Updates – dynamische Benachrichtigungen direkt auf dem Zifferblatt: Lieferung mit Timer, Spielstand, Fahrttracking.
  • Akkulaufzeit – Wear OS 7 verbraucht 10 % weniger Energie als Wear OS 6.
  • Android Auto – dieselben Wear Widgets werden später in diesem Jahr auch in der Automobilschnittstelle erscheinen.
  • Canary-Emulator steht Entwicklern bereits zum Testen zur Verfügung.

Wear OS 7 wird später in 2026 für Benutzer verfügbar sein – zusammen mit neuen Uhr-Modellen. Genaue Termine hat Google jedoch nicht genannt.

Die Schlüsselfrage ist nicht, wann Wear OS 7 erscheint, sondern wie aktiv Entwickler die einheitliche API für Android und Wear OS nutzen werden: Wenn nicht eine große Welle von Anwendungen zum Start neuer Uhren kommt, wird die Vereinheitlichung eine technische Eleganz bleiben, ohne spürbaren Effekt für den Nutzer.

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