Sergij Hryhorowytsch gründete GSC Game World 1995 in Kiew und machte aus ihr ein Studio mit Weltruhm dank der Serien „Kosaken" und S.T.A.L.K.E.R. — und verließ es bereits 2024. Öffentlich sprach er über seinen nächsten Schritt erst im Februar 2026.
Ein Abgang, der ein Jahr vorbereitet wurde
Die offizielle Ankündigung von S.T.R.A.N.G.E.R. Bermuda SOS erschien am 26. Februar 2026 über „Interfax-Ukraina". Doch nach Angaben des Patentamts reichte Hryhorowytschs Ehefrau Lesja bereits im März 2025 einen Antrag zur Eintragung der Marke S.T.R.A.N.G.E.R. ein — also ein Jahr vor der öffentlichen Ankündigung. Hryhorowytsch selbst präzisierte, dass er die Mannschaft zu sammeln und direkt mit der Spielentwicklung am 12. Februar 2026 begann, aber die Idee entstand früher — noch bevor die Arbeiten an S.T.A.L.K.E.R. 2 abgeschlossen waren.
„Wir erschaffen nicht einfach ein Spiel, sondern einen immersiven Sprung. S.T.R.A.N.G.E.R. wird alles Beste vereinen, das wir in mehr als 33 Jahren Arbeit verschiedener Teams des Unternehmens entwickelt haben, aber gleichzeitig den Fans Technologien und einen Ansatz bieten, den die Branche noch nicht gesehen hat".
Sergij Hryhorowytsch, Gründer von GSC Game World
Was über das neue Spiel bekannt ist
S.T.R.A.N.G.E.R. Bermuda SOS ist ein Sci-Fi-RPG, dessen Handlung sich in einer postapokalyptischen Welt nach einer globalen Atomkatastrophe abspielt. Hryhorowytsch verspricht eine intensive Nutzung von künstlicher Intelligenz, aber konkrete Details fehlen bislang: unklar ist, ob es um Content-Generierung, NPC-Verhalten oder prozedurale Umgebung geht. Parallel dazu erwähnte er die Teilnahme an irgendeinem Kryptowährungsprojekt — auch ohne Details.
Das Budget schätzt Hryhorowytsch auf mehrere Dutzend Millionen Dollar. Zum Vergleich: Das erste S.T.A.L.K.E.R. kostete etwa 2 Millionen Dollar, das zweite 70 Millionen. Das Projekt befindet sich in einem frühen Stadium; ein Veröffentlichungsdatum gibt es nicht.
GSC ohne den Gründer
Das Studio GSC Game World setzt seine Arbeit ohne Hryhorowytsch fort. Im November 2024 erschien S.T.A.L.K.E.R. 2: Herz der Tschornobyl, das sich nach Aussage von Hryhorowytsch selbst am ersten Verkaufstag amortisiert hat. Im März 2026 kam das Spiel auf PlayStation 5 und erhielt eine Nominierung für die BAFTA Games Awards 2026.
Das heißt, Hryhorowytsch verlässt die Franchise in dem Moment, in dem sie kommerziell erfolgreicher ist als je zuvor. Das ist entweder eine bewusste Entscheidung, auf dem Höhepunkt zu gehen — oder ein Zeichen für einen internen Konflikt mit dem Team, über den öffentlich nichts bekannt ist.
Die Schlüsselfrage ist nicht „wird S.T.R.A.N.G.E.R. erscheinen", sondern eine andere: Wenn Hryhorowytsch wirklich ein neues Studio von Grund auf mit einem Budget von Dutzenden Millionen zusammentritt — woher kommt das Geld und wer ist der Investor? Das ist bislang das Einzige, das er nicht genannt hat.