Windows zwang den Benutzer zehn Jahre lang, zwischen „Jetzt installieren" und „Später erinnern (aber wir installieren trotzdem)" zu wählen. Jetzt verzichtet Microsoft offiziell auf diese Logik.
Was sich wirklich geändert hat
Die Updatepause ist weiterhin auf 35 Tage auf einmal begrenzt – aber jetzt kann man sie unbegrenzt oft verlängern. Wie Tom's Hardware bestätigt, ist dies die erste offizielle Änderung der Politik zwingender Updates für normale Benutzer seit 2015 – seit Windows 10 veröffentlicht wurde.
Gleichzeitig wurde ein lange bekannter und frustrierender Fehler behoben: Die Tasten „Herunterfahren" und „Neu starten" lösen nicht mehr die erzwungene Installation von Updates aus. Laut Windows Latest wurde die Fehlerbehebung im Oktober 2025 ausgerollt. Zusätzlich stellt Microsoft Windows Update auf einen Neustart pro Monat um, anstatt mehrerer unvorhersehbarer.
Eine weitere Änderung ist die Möglichkeit, Updates während der Einrichtung eines neuen Geräts zu überspringen, sowie ein bestimmtes Installationsdatum zu wählen, anstatt eines vagen „Später".
„Die neuen Kontrolltools ermöglichen es, Updates während des Setups zu überspringen, Pausen zu verlängern und erzwungene Neustarts zu vermeiden"
Windows Central, mit Bezug auf den Blog-Beitrag von Microsoft von Aria Hanson
Warum Microsoft nachgegeben hat
Die Änderung ist kein Akt der Güte. Aria Hanson von Microsoft hat laut Windows Central 7.621 Benutzerbewertungen analysiert, bevor die Funktionen ihre endgültige Form erhielten. Die Beschwerden häuften sich über Jahre: Erzwungene Neustarts während Videoanrufen, unterbrochene Rendering in Video-Editoren, Spielausfälle mitten in der Session.
Vorher war die einzige Möglichkeit, echte Kontrolle über Updates zu bekommen, ein Upgrade auf eine Unternehmensversion, wo Administratoren Feature Updates bis zu 365 Tage verschieben können. Heimbenutzer hatten diese Option nicht.
Die Kehrseite der Pause
Hier gibt es einen ehrlichen Kompromiss, über den Microsoft nicht laut spricht. Wie Cybersicherheitsexperten bemerken, ist jeder Tag ohne Update ein Tag mit einer bekannten ungepatchten Sicherheitslücke. Die „Patch Tuesday"-Patches schließen echte Löcher, die Böswillige aktiv ausnutzen.
- 2017 verbreitete sich WannaCry hauptsächlich über Maschinen mit verzögerten oder deaktivierten Windows-Updates.
- Die Funktion „Gemessene Verbindung" als Workaround funktioniert nicht mehr – Microsoft sperrte sie 2019, was erzwang, Sicherheitspatches selbst in diesem Modus herunterzuladen.
- Die neue Pause betrifft alle Updates gleichzeitig – in den Einstellungen kann man nicht zwischen funktionalen und sicherheitsrelevanten trennen.
Das heißt, ein Benutzer, der einfach nur das neue Design des Startmenüs nicht bekommen möchte, verzögert automatisch auch den kritischen Patch.
Wer gewinnt am meisten
Die Änderung ist besonders wichtig für drei Gruppen: Gamer, die befürchten, dass Updates die Kompatibilität mit Treibern zerstören; kreative Profis mit langen Rendering- und Schnittzeiten; und kleine Unternehmen, die immer noch auf Pro-Lizenzen ohne unternehmenseigene IT-Abteilung arbeiten.
Derzeit werden die Funktionen im Windows Insider Program getestet und sind noch nicht in der breiten Öffentlichkeit verfügbar.
Wenn Microsoft nicht wirklich eine separate Pause für funktionale und Sicherheitsupdates hinzufügt – bleibt die neue Freiheit ein Vorteil für erfahrene Benutzer und eine Falle für alle anderen.