Oura hat einen abnehmbaren Akku für den Smart Ring patentiert — und es geht um Reparierbarkeit, nicht um Design

Das Oura-Patent für modulare Batterien ist keine technologische Neuerung, sondern eine Antwort auf ein echtes Problem: Die meisten Besitzer werfen den 350-Dollar-Ring weg, wenn die Batterie nach 2–3 Jahren verschleißt, da ein Austausch unmöglich ist.

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Oura Ring 4 (Фото: Oura)

Am 7. April 2025 veröffentlichte das US-Patent- und Markenamt ein Patent von Oura für einen Smart-Ring mit modularem Akku. Formal gesehen handelt es sich um eine Konstruktionslösung. In Wirklichkeit ist es eine Anerkennung dafür, dass das derzeitige Geschäftsmodell des Unternehmens ein eingebautes Ablaufdatum hat.

Was im Patent enthalten ist

Nach der Patentbeschreibung besteht der Ring aus zwei Abschnitten: einem inneren, in dem sich Sensoren und die Hauptelektronik befinden, und einem äußeren bogenförmigen Teil mit einem Batteriefach. Wie Gadgets & Wearables berichtet, gibt das Dokument direkt an, dass die Batterie herausgezogen und wieder eingesetzt werden kann, ohne die Funktionalität des Geräts zu beeinträchtigen. Das Patent beschreibt auch elektrische Kontakte zwischen dem Batteriemodul und dem Gehäuse sowie mehrere Befestigungsvarianten – Oura schützt nicht nur die Idee, sondern auch deren Umsetzungsweise.

Warum das jetzt wichtig ist

Bei allen aktuellen Oura-Ring-Modellen ist der Akku – ein LiPo-Akku mit einer Kapazität von 15 bis 22 mAh je nach Größe – in das Gehäuse verlötet und nicht austauschbar. Wenn er abbaut, funktioniert der Ring nicht mehr. Oura stuft die Batterie offiziell in die Kategorie „Verbrauchsmaterial" ein und deckt ihren Verschleiß nicht durch die Standardgarantie ab.

«Die einzige Komponente des Oura Ring, die sich wirklich abnutzt, ist die Batterie. Wenn sie leer wird, funktioniert der Ring nicht mehr»

FallmanTech, technische Bewertung des Oura Ring

Einige Benutzer berichten: Nach ein bis zwei Jahren aktiver Nutzung hält ein Ring, der zuvor 5–7 Tage durchhielt, nur noch einen Tag durch und muss täglich geladen werden. Bei einem Gerätpreis ab $350 plus $5,99 Monatsgebühr – das ist ein erhebliches Argument gegen einen Wiederkauf.

Modularer Akku als Geschäftslösung

Ein austauschbarer Akku verändert die Produktökonomie: Statt eines neuen Rings kauft der Benutzer ein Batteriemodul. Dies senkt gleichzeitig die Hürde zur Kundenbindung und macht das Gerät für diejenigen attraktiver, die bisher wegen der Angst vor der „Einwegigkeit" eines Geräts zu diesem Preis zauderten.

  • Reparierbarkeit wird angesichts des Samsung Galaxy Ring und RingConn, wo das gleiche Batterieproblems nicht gelöst ist, zu einem Wettbewerbsvorteil
  • In der EU gewinnt die Regulierung zum Recht auf Reparatur (Right to Repair) an Bedeutung – modulares Design könnte bald zur Anforderung statt zum Vorteil werden
  • Das Patent schützt nicht nur das Produkt, sondern auch einen potenziellen Markt für Batterimodule als separate Accessoire-Kategorie

Patent ≠ Produkt

Oura hat nicht bestätigt, dass ein Gerät mit austauschbarem Akku auf den Markt kommt. Unternehmen patentieren Lösungen jahrelang vor der kommerziellen Einführung – oder bringen sie überhaupt nicht in die Produktion. Aber die Tatsache, dass gerade dieser Knoten patentiert wird, deutet darauf hin: Das Engineeringteam hat die Konstruktion bereits bis auf die Details der Befestigung und der elektrischen Kontakte durchgearbeitet.

Wenn Oura Ring 5 mit modularem Akku kommt, wird dies den Standard für Langlebigkeit im gesamten Segment der Smart-Rings neu definieren. Wenn nicht – bleibt das Patent eine Schutzbarriere gegen Konkurrenten, die dieses Problem zuerst lösen wollen.

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