In der Nacht haben Bediener der 5. Sturmbrigade mit einer Wärmekamera einen MT-LB mit Landungstruppen erfasst, der sich direkt in den Angriffssektor bewegte. Statt Infanterie kam ein Kampffahrzeug auf Kettenlaufwerk mit Großkalibermaschinengewehr entgegen.
Zwei Roboter, zwei Aufgaben
Das vom Verband am 10. Dezember 2025 veröffentlichte Video dokumentiert zwei separate Operationen. In der ersten — Kampfplattform Droid mit Browning-Maschinengewehr attackiert MT-LB: Panzerbrechende Geschosse durchschlagen die Panzerung, die Besatzer im Inneren sind getroffen. Der Sturm wird ohne Infanterieeinsatz in der Grauzone gestoppt.
In der zweiten Operation wird der logistische UGV nicht zur Munitionsversorgung, sondern umgekehrt eingesetzt — er liefert Sprengstoff direkt auf die feindliche Position und sprengt sie auf. Die gleiche Fahrzeugklasse, die Verwundete und Munition abtransportiert, wird in ein Einwegangriffsgerät umgewandelt.
„Meine Vision des zukünftigen Schlachtfeldes ist, dass anstelle von Panzertransportern, Schützenpanzern und Panzern für Sturmoperationen unbemannte Systeme ohne Besatzung eingesetzt werden, um das Leben des Personals zu schonen"
UGV-Bediener der 5. Sturmbrigade, Nakypilo
Pionierbrigade seit 2023
Die 5. Sturmbrigade ist eine der ersten in den ukrainischen Streitkräften, die den Auftrag erhielt, UGVs in die Bewaffnung einzuführen: Nach Angaben von Nakypilo wurde die Brigade bereits 2023 in die Liste der Pionierbataillone aufgenommen. Seitdem haben die Bediener die Taktik von Grund auf entwickelt: erste Einsätze im Testmodus, Aufklärung der neutralen Zone einmal, danach — Kampfrotationen. Einige Fahrzeuge gingen beim ersten Einsatz verloren, andere haben Dutzende erfolgreicher Missionen absolviert.
Der größere Kontext ist bedeutsam. Nach Angaben des Verteidigungsministers Fedorow führten die ukrainischen Streitkräfte allein im März 2026 über 9 000 Missionen mit UGVs durch — gegenüber weniger als 3 000 im November 2025. Das Ministerium vergibt Verträge für 25 000 Einheiten in der ersten Hälfte 2026 — doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2025. Erklärtes Ziel: 100% der Frontlogistik — mit Robotern.
Was sich taktisch ändert
Der logistische UGV in der Rolle des Kamikaze ist keine Improvisation, sondern die Folge gesammelter Erfahrung. Das Fahrzeug ist bereits in der Grauzone, hat bereits einen Laderaum, wird bereits ferngesteuert. Sprengstoff statt Munition hinzuzufügen ist ein technisch einfacher, taktisch jedoch bedeutsamer Schritt: die gegnerische Position wird angegriffen, ohne das Risiko für den Bediener und ohne Einsatz von Luftfahrzeugen oder FPV-Drohnen, die durch elektronische Kriegsführung zerstört werden können.
- Kampfplattform Droid — Browning-Maschinengewehr, Wärmekamera, Kettenlaufwerk, Abwehr nächtlicher Stürme
- Logistischer UGV — Munitionsversorgung, Evakuierung Verwundeter, Zerstörung gegnerischer Stellungen
- Schwachstellen: Elektronische Kriegsführung kann die Verbindung unterbrechen, Minen und FPV-Drohnen zerstören Plattformen, schwieriges Gelände begrenzt Manöver
Sollten die ukrainischen Streitkräfte die angegebene Zahl von 25 000 UGVs erreichen und die Taktik ihres massiven Einsatzes in Sturmoperationen ausarbeiten — geht es nicht mehr darum, ob die Infanterie an der Front bleibt, sondern darum, welche genaue Rolle der Infanterie bleibt, wenn die Grauzone zur Zone der Roboter wird.