Artem „Grizzly" und Michail „Sewer": Zwei Veteranen mit vier Prothesen stellten Ukrainerekord in Broware auf

Am 4. April fand in der Arena „Terminal" in Browary erstmals in der Ukraine ein Boxkampf zwischen zwei Veteranen mit beidseitiger Amputation nach den professionellen Regeln des adaptiven Boxens statt. Sieger war Artem Chrebet – ein Aufklärungsflieger mit dem Callsign „Grizzly".

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Als Artem Chrebet aus dem 94. Bataillon der 107. Brigade der Territorialverteidigung der ZSU den Ring gegen Mychajlo Drobotenko aus der 57. Motorisierten Infanteriebrigade betrat, beide auf zwei Prothesen, verstummte die Arena „Terminal" in Brovary. Es ging nicht um eine Schaustellung. Es ging um Normalität.

Ein Rekord, den man nicht hätte brechen wollen

Der Kampf zwischen Chrebet („Grizzly") und Drobotenko („Sever") war der erste Profiboxkampf ukrainischer Kriegsveteranen mit doppelter Amputation nach dem professionellen Reglement des adaptiven Boxens in der Ukraine. Artem gewann. Doch die Tatsache, dass dieser Rekord überhaupt möglich wurde, ist eine direkte Folge des Ausmaßes der Verluste: Tausende Veteranen mit Amputationen benötigen Reintegration, und Sport erweist sich als eines der wenigen echten Instrumente dafür.

„Jede ihrer Bewegung und jeder ihrer Schläge ist eine Geschichte des Kampfes und der Genesung"

KOWA über den Kampf zwischen Chrebet und Drobotenko

Die Veranstaltung fand im Rahmen eines internationalen Charity-Boxabends von SpartaBox Faniian Promotions statt. Organisatorisch wurde sie von der Ukrainischen Liga der Boxer-Veteranen von Kampfeinsätzen zusammen mit dem Boxverband der Stadt Brovary und dem Ministerium für Veteranenangelegenheiten der Ukraine gewährleistet. Für Boxer ohne Gliedmaßen kaufte das Unternehmen MHP spezialisierte Rollstühle, die speziell für adaptives Boxen entwickelt wurden.

Was parallel stattfand

Parallel zu den Veteranenkämpfen ging es um Titel: Aram Faniyan verteidigte den WBO-Global-Gürtel im ersten Halbmittelgewicht gegen den unbesiegten Argentinier Ignacio Iribarra (15–0–1), und Viktor Postol — der 42-jährige ehemalige Weltmeister nach WBC-Maßstäben — kämpfte um den IBO-International-Titel gegen den Mexikaner Francisco Sandoval (12–1–1).

Die Übertragung erfolgte auf MEGOGO. Promoter Igor Faniyan gibt offen zu, dass während des großflächigen Krieges nicht von Boxen als Geschäft die Rede sein kann — und dennoch wächst die Anzahl der Veteranenkämpfe in seinen Programmen jedes Jahr.

Warum Brovary und nicht Kiew

Die Wahl des Ortes ist kein Zufall. Brovary verfügt über eine eigene starke Boxschule — genau von hier stammt Postol — und einen Boxverband der Stadt, der aktiv die Veteranenrichtung integriert. Nach dem Abend erhielt die Brovaryer Gemeinde einen Dankbrief der KOWA für die systematische Unterstützung der Boxentwicklung in der Region.

  • 12 Kämpfe während des Abends: 6 professionelle, 6 Veteranenkämpfe
  • Erster Kampf auf zwei Prothesen nach professionellem Reglement — ukrainischer Rekord
  • Übertragung live auf MEGOGO
  • Unter den Partnern — Ministerium für Veteranenangelegenheiten, Nike, Boxverband der Ukraine

Der Vorsitzende der KOWA Mykola Kalaschnyk nannte die Veranstaltung einen Beweis dafür, dass „Veteranensport von Genesung, Teamgeist und neuen Siegen handelt", und fügte hinzu, dass die Kiewer Region „erneut gezeigt hat: hier schaffen wir Möglichkeiten für neue Siege und ein neues Leben".

Die Frage, die nach diesem Abend bleibt: Wird adaptives Boxen nach professionellem Reglement zu einer eigenständigen Disziplin mit eigenem Wettkampfkalender — oder bleibt es eine bewegende Einlage im Programm zwischen Profibegegnungen, bis es staatliche Finanzierung oder internationale Anerkennung gibt?

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