185 Verteidiger und 20 Zivilisten: Wie der Austauschmechanismus funktioniert, während die Verhandlungen stillstehen

Am 2. Oktober kehrte die Ukraine 185 Militärangehörige und 20 Zivilisten aus russischer Gefangenschaft zurück – der 69. Gefangenenaustausch seit Beginn der großflächigen Invasion. Unter den Befreiten befinden sich Verteidiger von Mariupol, des Stahlwerks Asowstal und des Kernkraftwerks Tschornobyl, von denen die meisten seit 2022 in Gefangenschaft waren.

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Über drei Jahre in Gefangenschaft — und erst jetzt zu Hause. Für die meisten der 185 ukrainischen Militärangehörigen, die am 2. Oktober zurückgebracht wurden, sieht diese Rechnung genau so aus. Dies ist bereits der 69. Austausch seit Beginn der vollumfänglichen Invasion, und er war kombiniert: Ein Teil der Gefangenen wurde gemäß der Istanbuler Vereinbarungen befreit, ein Teil im Rahmen sogenannter „Nummernaustasche".

Wer zurückgekehrt ist und woher

Präsident Zelenski bestätigte: Unter den Befreiten befinden sich Kämpfer der Streitkräfte, der Nationalgarde und des Staatsgrenzschutzes. 183 sind Gefreite und Unteroffiziere, zwei sind Offiziere. Zusammen mit den Militärangehörigen kehrten 20 Zivilisten nach Hause zurück.

«Praktisch alle heute befreiten Militärangehörigen und Zivilisten waren seit 2022 in Gefangenschaft. Alle werden die notwendige Unterstützung erhalten».

— Wolodymyr Zelenski, Telegram

Unter den Befreiten befinden sich Verteidiger von Mariupol, Azovstal und des Kernkraftwerks Tschornobyl: drei Orte, die zu Symbolen des ersten Jahres des vollumfänglichen Krieges wurden und wo tausende Ukrainer gleichzeitig in Gefangenschaft gerieten.

Zwei Kanäle — eine Logik

Der Koordinierungsstab für Kriegsgefangenenfragen erklärt: Die Austausche laufen derzeit parallel auf zwei Schienen. Die erste — die Istanbuler Vereinbarungen, nach denen Schwerverletzte, Schwerkranke und Personen unter 25 Jahren Priorität haben. Die zweite — „Nummernaustasche", bei denen jede Seite während der Verhandlungen konkrete Listen abstimmt.

Nach Aussagen des Leiters des Sekretariats des Koordinierungsstabs Ochrimenko laufen die «Verhandlungen ununterbrochen» — auch wenn der Friedensprozess offiziell ins Stocken gerät. Die Istanbuler Runden von Mai bis Juli 2025 führten zu keinem Durchbruch an der Front: Russland forderte den Abzug ukrainischer Truppen aus vier Regionen als Vorbedingung für ein Waffenstillstandsregime, die Ukraine bestand auf sofortiger Waffenruhe. Das einzige konkrete Ergebnis der drei Runden war eine Vereinbarung über einen Austausch von 1000 gegen 1000.

Eine Ziffer, die das Ausmaß des Problems zeigt

Zelenski teilte mit, dass die Ukraine seit Beginn der vollumfänglichen Invasion bereits über 7.000 ihrer Menschen zurückgebracht hat. Das klingt nach Fortschritt — lässt aber die Frage offen, wer noch hinter Gittern sitzt. Nach verschiedenen Schätzungen könnten sich zehntausende Ukrainer in russischer Gefangenschaft befinden, und das Tempo der Austausche — selbst bei 69 Runden in drei Jahren — hält kaum mit dem tatsächlichen Bedarf Schritt.

  • 185 Militärangehörige am 2. Oktober zurückgebracht
  • 20 Zivilisten gleichzeitig befreit
  • 69. Austausch seit Beginn der vollumfänglichen Invasion
  • 7.000+ Ukrainer insgesamt seit Februar 2022 zurückgebracht

Austausche laufen auch ohne Waffenstillstand — doch ihr Tempo und Umfang hängen von einem Faktor ab: ob der Istanbuler Verhandlungskanal erhalten bleibt, nachdem Russland die nächste Runde blockiert. Wenn Moskau sich aus der vierten Runde zurückzieht, wird der Mechanismus der „Nummernaustasche" ausreichend sein, um tausende statt hunderte Menschen nach Hause zu bringen?

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