Stille Verluste und deutliche Zahlen
Im Jahr 2025 stellte das Kulturministerium fest, dass infolge der russischen Aggression 307 Kulturdenkmäler sowie 261 Einrichtungen der kulturellen Infrastruktur zerstört oder beschädigt wurden. Insgesamt waren seit Beginn der großangelegten Invasion 1640 Kulturdenkmäler und 2446 Einrichtungen der kulturellen Infrastruktur betroffen. Diese Zahlen sind keine abstrakte Statistik: dahinter stehen Kunstschulen, Clubs, Bibliotheken und Museen, die lokale und nationale Identität formen.
"Im Jahr 2025 wurden infolge der russischen Aggression in der Ukraine 307 Kulturdenkmäler und 261 Einrichtungen der kulturellen Infrastruktur zerstört oder beschädigt. Insgesamt waren seit Beginn der großangelegten Invasion 1640 Kulturdenkmäler und 2446 Einrichtungen der kulturellen Infrastruktur von Zerstörungen betroffen."
— Kulturministerium der Ukraine
Wo die Verluste am größten sind
Die meisten Schäden wurden in der Region Charkiw (344 Denkmäler), in Cherson (297), in Odessa (182), in Donezk (175) sowie in Kiew und der Region Kiew (163) verzeichnet. Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass ein großer Teil der Region Luhansk sowie Teile der Regionen Saporischschja, Donezk und Cherson vorübergehend besetzt sind – das erschwert eine genaue Erfassung und damit die Planung der Wiederherstellung.
Welche Infrastruktur betroffen ist
Unter den beschädigten Einrichtungen der kulturellen Infrastruktur sind am stärksten betroffen: Klub- und Vereinseinrichtungen — 1193, Bibliotheken — 854, Einrichtungen der Kunstausbildung — 188, Museen und Galerien — 136 sowie Theater und Philharmonien (50). Darüber hinaus wurden Parks, Schutzgebiete, ein Filmstudio in Kiew und weitere für das Gemeindeleben und die Kulturwirtschaft wichtige Objekte beschädigt.
Internationale Reaktion
Am 4. Dezember unterstützte das UNESCO-Komitee die Initiative der Ukraine und beschloss, weitere 19 ukrainische Objekte des Kulturerbes in die internationale Liste des verstärkten Schutzes aufzunehmen. Das ist ein wichtiges Signal: die internationale Gemeinschaft hat die Risiken anerkannt und stellt Instrumente zur Minimierung bereit, doch der Schutz erfordert Zugang und Ressourcen für die praktische Umsetzung.
"Das UNESCO-Komitee zum Schutz kultureller Werte im Falle bewaffneter Konflikte hat die Initiative der Ukraine unterstützt und beschlossen, weitere 19 ukrainische Objekte des Kulturerbes in die Internationale Liste der Kulturgüter unter verstärktem Schutz aufzunehmen."
— UNESCO-Komitee
Warum das für jeden wichtig ist
Die Zerstörung kultureller Infrastruktur wirkt sich nicht nur auf die Ästhetik des urbanen Raums aus: sie bedeutet den Verlust von Bildungsangeboten, wirtschaftlichen Mechanismen (Tourismus, kreative Industrien) und sozialer Zusammenhalt. Die Restaurierung erfordert nicht nur Geld, sondern auch Sicherheit, Zugang zu den Gebieten, Fachpersonal und internationale Koordination.
Fachleute im Bereich Kulturerbe betonen: der UNESCO-Beschluss ist ein Schritt nach vorn, aber damit er Wirkung zeigt, sind kurzfristige Inspektionen, langfristige Finanzierung und klare Wiederherstellungspläne vor Ort notwendig. Die vorübergehende Besetzung großer Teile des Territoriums macht diese Aufgaben noch schwieriger.
Jetzt sind die Partner am Zug: Werden internationale Entscheidungen und Erklärungen in praktische Hilfe umgesetzt — finanzielle Mittel, Expertise und Zugang für die Wiederherstellung — von denen abhängt, wie schnell und würdevoll unsere Kultur wieder zum Leben zurückkehrt?