Um 04:15 Uhr am 5. Juni 2026 ereignete sich eine Explosion in einem Sortierwerk der „Neuen Post" auf der Obolonj. Ein Paket detonierte direkt auf dem Förderband — in dem Moment, als Mitarbeiter Sendungen während des Entladens herunterzunehmen versuchten. Ein Augenzeuge verglich den Blitz mit dem Schlag einer Kamikaze-Drohne.
Nach Angaben der Pressestelle des Unternehmens starb der 58-jährige Iwan Shariy. Zwei weitere — Wadim Protsenko (41 Jahre) und Denis Karatschow (37 Jahre) — erlitten Verletzungen und werden von Ärzten überwacht. Die Explosion verursachte einen Brand, der schnell lokalisiert werden konnte.
„Die Pakete fuhren auf dem Band, ein Kollege nahm sie herunter — in diesem Moment ereignete sich die Explosion".
Mitarbeiter der „Neuen Post", Kommentar zum Suspilne
Terrorakt — offiziell
Die Kiewer Staatsanwaltschaft hat eine Voruntersuchung nach Teil 3 des Artikels 258 des Strafgesetzbuchs der Ukraine eingeleitet — ein Terrorakt, der zum Tod einer Person führte. Der Fall wird von Ermittlern der Hauptdirektion des SBU in Kiew und der Region Kiew bearbeitet. Vor Ort arbeiten Sprengstoffexperten der Kiewer Polizei, Ermittlungs- und Operativgruppen sowie Retter des Staatsnotfalldienstes.
Der Betrieb des Sortierwerks wurde vorübergehend eingestellt — während der Ermittlungsmaßnahmen. Die „Neue Post" teilte mit, dass sie eine interne Überprüfung der Sicherheitsverfahren durchführt und die Familie des Verstorbenen sowie die verletzten Mitarbeiter unterstützt.
Warum dies kein einfacher Produktionsunfall ist
Das Schlüsseldetail: Die Explosion ereignete sich während der Routinesortierung — nicht bei einer Spezialprüfung einer verdächtigen Sendung, sondern auf einem normalen Förderband um vier Uhr morgens. Das bedeutet, dass das Paket mit der Bombe alle vorherigen Phasen des Empfangs und des Transports passiert hat. Die Frage besteht nicht nur darin, wer die Bombe geschickt hat — sondern darin, an welcher Stelle die Lieferkette des größten Postbetreibers des Landes anfällig wurde.
- Die „Neue Post" verarbeitet täglich Millionen von Sendungen in der gesamten Ukraine
- Der Großteil der Sortierung findet nachts statt — wenn das Personal minimal ist
- Es gibt zwar formale Inspektionsverfahren für Pakete, aber diese sehen nicht vor, dass jedes Paket von einem Sprengstoffexperten überprüft wird
Wenn die Ermittlungen feststellen, dass der Sprengstoff in einem Paket angebracht wurde, das aus einer Kampfzone oder über das von Russland kontrolierte Postnetz kam, stellt sich die Frage einer systematischen Überprüfung der Sicherheitsprotokolle für alle privaten Betreiber, nicht nur für die „Neue Post". Solange der SBU die Route der Sendung nicht offengelegt hat, bleibt die Antwort auf diese Frage offen.