Die Ukraine soll neue Flugabwehrraketen S-300 Clone und GAM-67 im Rahmen eines von den USA genehmigten Luftabwehr-Komponentenpakets im Wert von bis zu 2,68 Milliarden Dollar erhalten. Es handelt sich um neue Entwicklungen, von denen einige mit den sowjetischen Systemen kompatibel sein werden, die bereits in der ukrainischen Armee im Einsatz sind, berichtet Defense Express.
Das Paket umfasst auch die Systeme Range-Extended Air Defense Laser Guided Rocket, Startvorrichtungen Improvised Transporter Erector Launcher 1.5, Radargeräte RPS 202 zur Erkennung von Drohnen und weitere Ausrüstung.
Die Beschaffung soll durch Beiträge europäischer Partner und ungenutzter Mittel des amerikanischen Foreign Military Financing-Programms für die Ukraine finanziert werden.
Was über die neuen Raketen bekannt ist
Nach Angaben von Defense Express ist die S-300 Clone trotz ihres Namens keine Kopie der sowjetischen Rakete 5W55. Es handelt sich um eine neue Rakete für S-300-Komplexe mit erweiterten Charakteristiken und einem moderneren Lenkungsprinzip.
GAM-67 ist ebenfalls eine neue Entwicklung. Sie wird für Flugabwehrsysteme mittlerer Reichweite entwickelt, einschließlich bereits vorhandener Systeme sowjetischen Ursprungs und perspektivischer Luftabwehrkomplexe.
Defense Express vermerkt, dass die Entwicklung beider Raketen bereits einige Zeit läuft und die Projektfinanzierung in letzter Zeit intensiviert wurde. Der potenzielle Vorteil solcher Munition liegt in ihrer Universalität und der Möglichkeit, sie mit verschiedenen Flugabwehrkomplexen zu verwenden.
Was bedeutet das in der Praxis
Für die ukrainische Armee ist dies ein Weg, um sowjetische Flugabwehrsysteme ohne Abhängigkeit von russischen Raketenlieferungen zu verlängern, die ohnehin nicht mehr verfügbar sind. In einer breiteren Perspektive könnten solche Lösungen auch für andere Länder von Interesse sein, die weiterhin sowjetische oder russische Luftabwehrtechnik nutzen.
Die offene Frage bleibt: Wann werden die ersten Chargen von S-300 Clone und GAM-67 tatsächlich bei ukrainischen Luftabwehrbrigaden ankommen und ob die Produktionstempo ausreichen wird, um das Munitionsdefizit für vorhandene Komplexe zu decken.