22 Stunden ohne Umsteigen: Erstes A350-1000ULR für Qantas gestartet – und geriet sofort in neue Verzögerung

Airbus hat das erste Langstreckenflugzeug für das Projekt „Sunrise" erfolgreich getestet, doch Passagiere zwischen Sydney und London müssen sich bis 2027 auf eine Direktverbindung gedulden – bereits nach mehreren Verschiebungen.

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Перший A350-1000ULR під час випробувального польоту (Фото: пресслужба Airbus)

Am 2. Juni hob in Toulouse zum ersten Mal der Airbus A350-1000ULR mit der Seriennummer MSN 707 ab – das erste von 12 Flugzeugen, die von der australischen Qantas bestellt wurden. Der Flug dauerte 3 Stunden und 43 Minuten über Frankreich und der Atlantikküste. An Bord waren zwei Airbus-Testpiloten und drei Ingenieure.

Warum überhaupt ein neuer Flugzeugtyp

Die Route Sydney – London umfasst 17.000 Kilometer – galt bisher ohne Zwischenlandung als kommerziell nicht durchführbar. Der gewöhnliche A350-1000 reicht nicht aus: Es fehlt der Treibstoff. Die ULR-Version erhielt einen zusätzlichen hinteren zentralen Tank mit 20.000 Litern, eine erhöhte maximale Startmasse und eine verstärkte Flügelkonstruktion. Dies ermöglicht bis zu 22 Stunden ununterbrochenen Flug – oder wie Qantas erklärt, genug, um auf der Strecke zweimal den Sonnenaufgang zu erleben. Daher der Name des internen Projekts: Project Sunrise.

Bemerkenswert ist, dass Qantas zunächst die Boeing 777X in Betracht zog, sich nach langen Verhandlungen aber für den Airbus entschied. Nach Angaben von Simple Flying war einer der Faktoren die Fähigkeit des A350, genau diese 22-stündige Belastung ohne kritischen Komfortverlust in der Kabine zu verkraften.

Wo ist hier die Verzögerung

Das Projekt wurde bereits 2017 angekündigt. Der erste kommerzielle Flug war für 2025 geplant, wurde dann auf 2026 verschoben, jetzt ist das offizielle Datum April 2027. Der letzte Grund liegt in Lieferkettenausfällen, die Airbus öffentlich eingestanden hat: Kritische Komponenten der Spezialversion sind schwerer zu beschaffen als für Standardvarianten.

«Die Vorbereitung auf Project Sunrise läuft: Der erste A350-1000ULR ist bereits in der Lackiererei in Toulouse, das Pilottentraining auf dem Simulator in Sydney hat begonnen»

— Qantas, offizielle Stellungnahme vor dem ersten Flug

Was die Kabine über das Geschäftsmodell aussagt

22 Stunden in der Luft – das ist eine besondere Herausforderung für den Flugbetreiber. Qantas entwickelte das Kabinenkonzept zusammen mit der Universität Sydney (Charles Perkins Centre) und dem Designbüro Caon. Das Ergebnis: eine spezielle Wellbeing Zone – ein Bereich zum Bewegen mit angeleiteten Übungen und gesunden Snacks, zugänglich für alle Klassen. Dies ist nicht nur Marketing: Die Fluggesellschaft beruft sich öffentlich auf wissenschaftliche Forschungen zur Verringerung von Jetlag und Thrombose bei extrem langen Flügen.

Die Economy-Klasse erhält einen Reihenabstand von 83,8 cm und einen 13-Zoll-Bildschirm – mehr als auf den meisten Langstreckenflotten. Aber Tickets für die direkte 22-stündige Strecke werden kaum günstiger sein als Anschlussrouten über Dubai oder Singapur.

Was kommt als nächstes

Derzeit absolviert MSN 707 eine Reihe von Flugversuchen. Qantas versprach, die erste kommerzielle Route und das Verkaufsöffnungsdatum «diesen Monat» bekannt zu geben. Falls die Lieferungen im Zeitplan vom April 2027 bleiben, wird Sydney–London zur längsten regelmäßigen Route in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt und übertrifft Singapore Airlines SQ22 (Singapur – New York, ~18 Stunden).

Die offene Frage bleibt: Ist der Durchschnittsreisende bereit, eine Prämie für einen Direktflug zu zahlen – wenn Konkurrenten einen Stopp in Dubai zu deutlich niedrigerem Preis und mit Gelegenheit anbieten, sich die Beine zu vertreten? Die Antwort wird sich zeigen, sobald Qantas den Verkauf öffnet und der Markt die echte Nachfrage sieht, nicht nur den Rummel um die «Luftfahrtgrenze».

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