Geld liebt die Stille: warum es sich lohnt, darauf zu achten
Investitionen in die Logistik laufen oft abseits der Schlagzeilen, formen aber, wie Waren zugestellt werden. Ein von Advent International und FedEx geführtes Konsortium hat zugestimmt, den polnischen Betreiber von Paketstationen InPost zum Preis von €15,60 pro Aktie zu übernehmen, was 100 % des Unternehmens mit €7,8 Mrd. bewertet. Über die Vereinbarung berichtete die Pressestelle von FedEx; Reuters wies darauf hin, dass der angebotene Preis unter dem IPO‑Preis von 2021 (€16) liegt.
Was genau passiert ist
Nach den Bedingungen der Vereinbarung werden FedEx und die Holdinggesellschaft Advent jeweils 37 % halten. Der Anteil der Firma A&R, die mit InPost‑CEO Rafał Brzoska verbunden ist, beträgt 16 %, und die tschechische Investmentfirma PPF rund 10 %. Das Unternehmen bleibt unter dem Namen InPost mit Managementstruktur und Hauptsitz in Polen; die Parteien erklärten, dass die Betriebe nicht integriert werden und die Unternehmen in ihren Märkten Wettbewerber bleiben.
"Das Konsortium strebt an, die bestehende Strategie von InPost beizubehalten, einschließlich einer weiteren Ausweitung seiner europäischen Präsenz in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, den Benelux‑Ländern und dem Vereinigten Königreich, dem größten E‑Commerce‑Markt Europas."
— Pressemitteilung FedEx / Advent
Struktur der Vereinbarung und Zeitrahmen
Der Preis von €15,60 schließt Dividenden ein; die Parteien erwarten den Abschluss der Transaktion in der zweiten Hälfte des Jahres 2026. Der Deal spiegelt das Interesse großer Investoren am Markt für Paketstationen wider — ein Segment, das dank des Wachstums des E‑Commerce und des Bedarfs an effizienter Last‑Mile‑Logistik eine stabile Nachfrage gezeigt hat.
"FedEx und InPost werden ihre Betriebe nicht integrieren und in ihren jeweiligen Märkten und Segmenten unabhängige Wettbewerber bleiben."
— Pressestelle FedEx
Warum das für den Markt (und für die Ukraine) wichtig ist
Der Kauf unterstreicht mehrere Trends: Erstens zahlen große Akteure für die Infrastruktur von Paketstationen, um die Last‑Mile‑Kosten zu senken; zweitens verändern Transaktionen dieses Ausmaßes die Wettbewerbsdynamik in der EU. Für ukrainische Exporteure und Logistikanbieter kann das zusätzliche Zugangswege zum europäischen Markt schaffen — vorausgesetzt, Wettbewerber und Regulierungsbehörden ermöglichen einen effektiven Zugang und die Interoperabilität zwischen den Netzen.
Fazit
Rein finanziell betrachtet ist der Kauf von InPost für €7,8 Mrd. ein Signal: Investoren setzen auf die Rolle von Paketstationen in der postpandemischen Logistik. Die nächsten Schritte sind die Umsetzung der Expansionspläne, Entscheidungen der Regulierungsbehörden und die Reaktion der Wettbewerber. Wichtig ist vorerst weniger, auf laute Ankündigungen zu achten, sondern darauf, wie die Betriebsabläufe und der Zugang zur Infrastruktur die tatsächlichen Lieferwege und Handelsketten in Europa und den angrenzenden Regionen beeinflussen werden.