Britney Spears hat ihren gesamten Musikkatalog verkauft — das Geschäft wurde auf rund 200 Mio. Dollar geschätzt. Warum das für den Rechtemarkt wichtig ist

Eine Popsängerin hat die Verwaltung ihrer Hits an die Firma Primary Wave übertragen. Wir erklären, was eine solche Transaktion für die Urheberrechte bedeutet, wie Kataloge bewertet werden und warum das auch für die Ukraine von Bedeutung ist.

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Брітні Спірс у 2019 році (Фото: EPA / NINA PROMMER)

Was passiert ist

Die amerikanische Sängerin Britney Spears hat die Rechte an ihrem gesamten Musikkatalog an die unabhängige Musikfirma Primary Wave verkauft. Zuerst berichtete das Portal TMZ über den Deal, später bestätigten andere Medien ihn unter Berufung auf eigene Quellen. Laut BBC wurde der Betrag der Transaktion auf etwa 200 Mio. USD geschätzt, obwohl diese Zahl nicht offiziell bekanntgegeben wurde.

Kurzfakten

Spears ist eine der erfolgreichsten Popstars der Gegenwart: die Gesamtverkäufe ihrer Aufnahmen übersteigen 150 Mio. Zum Katalog gehören neun Studioalben, beginnend mit ihrem Debüt 1999, und Hits wie Baby One More Time, Oops!... I Did It Again, Toxic und Gimme More. Der Verkauf erfolgte nach einer schwierigen Phase in ihrem Leben: 2021 erreichte Britney die Aufhebung einer 13‑jährigen Betreuung, während derer ihr Vater ihre Finanzen und ihr Privatleben kontrollierte.

"Ich werde niemals in die Musikindustrie zurückkehren"

— Britney Spears, Erklärung, Januar 2024

Wer Primary Wave ist und warum das kein Einzelfall ist

Primary Wave ist dafür bekannt, die Kataloge großer Künstler zu kaufen und deren Monetarisierung voranzutreiben — von Lizenzvergaben für Werbung bis zur Synchronisation in Filmen und Serien. Das Unternehmen hat zuvor in Kataloge von Namen wie Notorious B.I.G., Whitney Houston und anderen investiert. Für Investoren ist das eine Möglichkeit, geistige Vermögenswerte in vorhersehbarere Geldströme zu überführen.

Warum das wichtig ist

Der Verkauf eines Katalogs ist nicht nur eine Geschäftstransaktion. Es ist eine Neuverteilung der Kontrolle über das kulturelle Erbe und die Art seiner Nutzung. Drei zentrale Folgen:

1) Monetarisierung und Sichtbarkeit. Ein professioneller Verwalter des Katalogs kann Hits auf neue Plattformen bringen und durch Lizenzen und Synchronisation mehr Einnahmen erzielen.

2) Kontrolle und Urheberrecht. Der Rechteinhaber trifft Entscheidungen über die Nutzung der Songs — von Werbekampagnen bis zu politischen Kontexten.

3) Der Markt als Vertrauensindikator. Der Preis bestätigt, dass Musikkataloge eine Anlageklasse sind, die Investoren auch in unsicheren Zeiten als stabil erachten.

Was das für die Ukraine bedeutet

Für die ukrainische Musikgemeinschaft ist dieser Fall eine Erinnerung: Musikrechte haben einen realen finanziellen Wert und benötigen professionelles Management. In Zeiten von Informations‑ und Kulturkampf wird der Schutz des geistigen Eigentums Teil der nationalen Sicherheit — denn das kulturelle Erbe prägt das Bild des Landes in der Welt und bringt Mittel für seinen Wiederaufbau und seine Entwicklung.

Wie es weitergeht

Wahrscheinlich wird der Kauf nicht sofort Britneys Verhältnis zur Bühne verändern — sie hat selbst gesagt, dass sie nicht vorhat, zurückzukehren. Für den Markt ist dieser Deal jedoch ein weiterer Schritt im Erwachsenwerden der Branche: Kataloge werden nicht mehr nur als Archive von Hits, sondern als strategische Vermögenswerte betrachtet. Der nächste Schritt ist, wie genau Primary Wave mit dem Katalog verfahren wird: Remakes, Lizenzen in Filmen oder Werbung könnten die Songs mit neuer Energie ins öffentliche Bewusstsein zurückbringen.

"Es geht nicht nur um die Hits — es geht darum, wer das kulturelle Produkt kontrolliert und wie es genutzt wird"

— Kommentar eines Musikanalysten (das Fachpublikum richtet die Aufmerksamkeit auf Praktiken der Monetarisierung von Katalogen)

Zusammenfassend: der Deal zwischen Britney Spears und Primary Wave ist ein Beispiel dafür, wie kulturelle Vermögenswerte zu Finanzinstrumenten werden. Für Künstler und Staat ist das ein weiteres Signal, in Schutz, Transparenz und strategisches Management von Rechten an schöpferischen Werken zu investieren.

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