Was passiert ist
Der ukrainische Sportler Vladyslav Heraskevych focht die Disqualifikation an und legte Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ein. Laut Anwalt Yevhen Pronin wurde die Berufung im Rahmen eines speziellen beschleunigten Verfahrens eingereicht; die CAS-Abteilung arbeitet derzeit in Mailand, und die Anhörung könnte innerhalb von 24 Stunden stattfinden. Die Mitteilung des Anwalts verbreitete die Nachrichtenagentur UNN.
Warum das wichtig ist
Die Disqualifikation erfolgte vor dem ersten Lauf im Skeleton. Heraskevych sollte mit dem sogenannten „Gedenkhelm“ starten – als Zeichen der Ehrerbietung gegenüber den verstorbenen ukrainischen Sportlern und unseren Helden. Die Entscheidung des IOC betrifft nicht nur den individuellen Wettkampf: Sie wirft Fragen nach den Grenzen zulässiger Symbolik auf internationaler Bühne und danach auf, welches Gewicht Regelvorgaben zur Einheitlichkeit gegenüber dem Recht des Sportlers auf öffentliches Gedenken haben.
„In Anbetracht der offensichtlichen rechtlichen, sportlichen und historischen Ungerechtigkeit habe ich in Abstimmung mit Vladyslav Heraskevych und in seinem Interesse Berufung im Rahmen des speziellen beschleunigten Verfahrens für Entscheidungen während der Olympischen Spiele beim Sportgerichtshof (CAS) eingelegt, deren Behandlung innerhalb von 24 Stunden erfolgen kann.“
— Yevhen Pronin, Anwalt von Heraskevych
Der Athlet selbst bezeichnete die Disqualifikation öffentlich als „einen Angriff auf die Würde“. Diese Formulierung unterstreicht, dass die Angelegenheit für ihn nicht nur wettkampfrelevant, sondern auch moralisch und erinnerungskulturell bedeutsam ist.
Kontext und Folgen
Eine beschleunigte Behandlung durch das CAS könnte einen Präzedenzfall schaffen: Wird der Berufung stattgegeben, stärkt das die Position von Sportlern, die Verstorbene öffentlich in einer Form ehren wollen, die dem Geist des Wettbewerbs nicht widerspricht. Wird die Berufung abgelehnt, würde das IOC seine Prioritäten in Bezug auf Uniformität und Symbolik bei den Spielen festigen. Für die Ukraine hat diese Frage zusätzliche symbolische Bedeutung: Es geht um das Recht, nationales Gedenken auch bei internationalen Veranstaltungen zum Ausdruck zu bringen.
„Wir rechnen mit einer zügigen Behandlung des Falls und hoffen auf eine rechtmäßige, faire und sachlich begründete Entscheidung. Vladyslav verdient die Chance, an diesen Olympischen Spielen teilzunehmen.“
— Yevhen Pronin, Anwalt von Heraskevych
Jetzt ist das CAS am Zug: Wird das Gericht die Berufung im Eilverfahren prüfen können, und wird die Entscheidung ein Signal für künftige Auseinandersetzungen zwischen dem Recht der Sportler auf Selbstausdruck und den Regularien des IOC sein? Die Frage ist zugleich juristisch und symbolisch — und die Antwort wird nicht nur einen Athleten betreffen, sondern auch den Ton der Regeln des Spitzensports mitprägen.