Disqualifikation von Heraskevych: EU-Botschafterin empört — Berufung und diplomatischer Widerhall

Das IOC suspendierte den ukrainischen Skeletonfahrer wegen eines „Gedenkhelms“. Die EU-Botschafterin in Kiew nannte die Entscheidung ungerecht; die Ukraine bereitet eine Berufung beim CAS vor — dieser Vorfall wurde zum Testfall für die Olympieregeln zur Neutralität und zur Freiheit des Gedenkens.

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Was passiert ist

Die Botschafterin der Europäischen Union in der Ukraine, Катаріна Матернова, zeigte sich empört über die Disqualifikation des ukrainischen Skeletonfahrers Владислава Гераскевича. Laut UNN schrieb Матернова im sozialen Netzwerk X, dass der Sportler aus dem Wettkampf genommen worden sei, nachdem er zum Start in einem „Gedenkhelm“ erscheinen sollte — als Zeichen der Ehrerbietung gegenüber den gefallenen ukrainischen Sportlern und Soldaten. Gleichzeitig nehmen etwa 20 росіян і білорусів derzeit in neutralem Status an den Wettbewerben teil.

„Ich bin empört. Der Skeletonfahrer Heraskevych wurde ausgeschlossen, nachdem er die gefallenen Sportler geehrt hatte, während 20 Russen und Belarussen neutral antreten. Die Olympischen Spiele sollten Einheit und Unterstützung symbolisieren und nicht jemanden bestrafen, weil er sich erinnert.“

— Катаріна Матернова, EU-Botschafterin in der Ukraine

Reaktionen und Schritte der ukrainischen Seite

Vladyslav selbst teilte Journalisten mit, dass er Berufung beim Sportgerichtshof (CAS) einlegen werde. Außenminister Андрій Сибіга verurteilte die Entscheidung des IOC und nannte sie einen „schändlichen Moment“ und „Verrat am Olympischen Kodex“ — eine Haltung, die den Vorfall aus der rein sportlichen in die diplomatische Sphäre hebt.

Weiterer Kontext: Ausrüstung, Regeln und Doppelmoral

Dieser Fall ist kein Einzelfall: Zuvor haben internationale Gremien ukrainischen Sportlern die Verwendung eigener Ausrüstung untersagt — genannt werden etwa die Freestyle-Skifahrerin Катерина Коцар und andere Athleten. Es wurde auch über Beschränkungen hinsichtlich der Ausrüstung im Shorttrack berichtet. Für viele Experten und Sportrechtler ist das ein Signal, dass die Anwendung von Regeln gegenüber politischen oder symbolischen Äußerungen selektiv erfolgt.

Aus völkerrechtlicher Sicht und angesichts von Präzedenzfällen ist das weitere Schicksal der Berufung beim CAS nicht nur für einen einzelnen Sportler wichtig: Eine Entscheidung könnte die Grenzen des Erlaubten bei Ehrungen bei künftigen Wettbewerben festlegen und beeinflussen, wie Sportorganisationen das Prinzip der Neutralität mit dem Recht auf Ausdruck der Erinnerung in Einklang bringen.

Wie es weitergeht

Die Situation übt doppelten Druck aus: juristischen — durch die Berufung beim CAS — und diplomatischen — durch die Erklärungen der EU-Botschafterin und ukrainischer Minister. Die Frage an die Organisatoren der Olympischen Spiele und die internationalen Verbände ist einfach und zugleich komplex: Wie lässt sich Neutralität garantieren, ohne Athleten die Möglichkeit zu nehmen, Verstorbene zu ehren, wenn diese Geste keine Aufrufe zu Gewalt oder politische Propaganda enthält?

Analysten weisen darauf hin, dass von der Antwort des IOC und der verbundenen Organisationen nicht nur der Ruf der Olympischen Spiele als Plattform der Einheit abhängen wird, sondern auch die praktischen Regeln, die künftig die Grenzen der Äußerung bürgerlicher und moralischer Positionen von Sportlern bestimmen.

Weltnachrichten

Krieg

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