Ball vom zerstörten „Lokomotiv“-Stützpunkt: Kinder übergaben Infantino einen Appell, Russland im Fußball nicht zu rehabilitieren

Die Nachwuchsspieler einer Kiewer Akademie, deren Trainingszentrum am 23. Januar 2024 zerstört wurde, übergaben dem Präsidenten der FIFA einen Ball. Die Geste hat symbolische und politische Bedeutung — sie ist ein Appell gegen die Rückkehr Russlands in den internationalen Fußball und ein Aufruf, das Recht von Kindern auf sichere Trainingsmöglichkeiten zu schützen.

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Was passiert ist

Die Nachwuchsspieler des Hauptstadt-Fußballklubs „Lokomotiv“, dessen Sportkomplex am 23. Januar 2024 bei einem russischen Beschuss zerstört wurde, übergaben persönlich einen Fußball an den FIFA‑Präsidenten Gianni Infantino. Die Information veröffentlichte das Außenministerium der Ukraine unter Berufung auf eine Meldung der Agentur UNN.

„Heute übergaben die Nachwuchsspieler der Kiewer Fußballakademie ‚Lokomotiv‘ dem Präsidenten der FIFA, Gianni Infantino, einen Fußball. Diese Kinder wollen spielen, leben und ohne Angst träumen.“

— Außenministerium der Ukraine

Symbolik der Geste und zentrale Forderung

Der geschenkte Ball ist kein Souvenir, sondern eine Botschaft: Die Kinder bitten um Schutz und eine klare Haltung der internationalen Fußballinstitutionen. In ihrem Appell betonten die Nachwuchsspieler die Prinzipien des fair play und stellten sie direkt in Zusammenhang mit der Verantwortung der Wettbewerbsveranstalter im Kontext der anhaltenden Aggression.

„Fairplay bedeutet Respekt gegenüber Gegnern, Regeln und allen Teilnehmern eines Wettbewerbs. Russland respektiert diese Regeln nicht. Wir bitten Sie, die Kinder der Ukraine zu unterstützen, die Fußball spielen und ohne Angst leben wollen.“

— Nachwuchsspieler des FC „Lokomotiv“

Reaktion und Dramaturgie auf der internationalen Bühne

In öffentlichen Erklärungen hat der FIFA‑Präsident seine Bereitschaft eingeräumt, die Frage einer möglichen Rückkehr russischer Mannschaften zu internationalen Turnieren „zu diskutieren“. Solche Äußerungen verstärken die Besorgnis der ukrainischen Seite, die fordert, dass Sport nicht zum Instrument der Rehabilitierung des Aggressors werden dürfe.

„Diese Kinder wollen spielen, leben und ohne Angst träumen.“

— Glen Micallef, Vertreter der Europäischen Kommission (laut Außenministerium)

Die ukrainischen Fußballinstitutionen und das Außenministerium reagieren einhellig: Der ukrainische Fußballverband (UAF) forderte, Russland nicht in die Wettbewerbe zurückkehren zu lassen, solange der Krieg andauert, und Außenminister Andrij Sybiha betonte die menschlichen Verluste — fast 700 Kinder, die aufgrund der Kampfhandlungen nicht mehr spielen können. Das stärkt Kiews Argumentation gegen jede übereilte Reintegration.

Kontext: Sport, Verantwortung, Reputation

Es geht nicht nur um Attraktivität oder Einschaltquoten. Die globalen Fußballorganisationen stehen vor der Entscheidung zwischen dem Druck zur Apolitik und dem Risiko des sportswashing — der Nutzung des Sports zur politischen und reputationsbezogenen Rehabilitierung eines Aggressorstaates. Die Geste der Kinder aus Kiew verlagert diese Debatte in die Dimension der Ethik und der Sicherheit junger Sportler.

„Der Fußball kann Hoffnung tragen. Dieser Ball aus Kiew steht für gemeinsame Verantwortung für die Zukunft dieser Kinder und des gesamten ukrainischen Sports.“

— Außenministerium der Ukraine

Was als Nächstes

Die Übergabe des Balls macht deutlich: Die Angelegenheit ist nicht mehr nur diplomatisch, sondern auch öffentlich — eine Geste, die die FIFA auffordert, die Stimmen der Kinder, der nationalen Verbände und der Partner zu berücksichtigen. Die nächsten Schritte — reicht die politische Entschlossenheit der internationalen Institutionen aus, die Prinzipien der Verantwortung statt einer schnellen Reintegration zu verteidigen? Die Antwort wird nicht nur die Reputation des Fußballs beeinflussen, sondern auch die Möglichkeit einer sicheren Kindheit für ukrainische Sportler.

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