Gazprom liefert Serbien Gas für drei Monate: Warum Belgrad keinen Langzeitvertrag unterzeichnen kann

Eine dreimonatige Verlängerung – bereits die zweite in diesem Jahr. Dahinter stecken US-Sanktionen gegen NIS, der Druck der EU auf den Verzicht von russischem Gas und Moskaus stillschweigendes Druckmittel gegen die serbische Verstaatlichung.

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Фото: EPA

Serbiens Energieministerin Dubravka Đedović Handanović traf sich in Sankt Petersburg mit Gazprom-Chef Alexej Miller und bestätigte: Die Gaslieferungen laufen bis Ende September. Für Belgrad ist dies kein Verhandlungssieg — sondern nur ein weiteres vorübergehendes Notfallpflaster statt einer systemischen Lösung.

Was genau unterzeichnet wurde

Das neue Zusatzprotokoll ist kein vollständiger Vertrag, sondern eine kurze Verlängerung des geltenden langfristigen Vertrags, der am 31. Mai auslaufen sollte. Wie die Moscow Times berichtet, erklärte sich Gazprom bereits im Mai bereit, die Lieferungen für vier Monate — bis Ende September — zu verlängern, mit einer täglichen Menge von 6,1 Millionen Kubikmetern. Der Preis wurde auf 290 Euro pro 1000 Kubikmeter festgesetzt: unter dem europäischen Durchschnitt (~360 Euro), aber über den 275 Dollar des vorherigen dreijährigen Vertrags.

Parallel dazu wurde eine Erweiterung des unterirdischen Gasspeichers „Banatski Dvor" diskutiert — von 450 auf 750 Millionen Kubikmeter. Dies ist eine infrastrukturelle Geste zur längerfristigen Bindung, aber ohne öffentliche Fristen und Verpflichtungen.

Warum es noch keinen Langzeitvertrag gibt

Verhandlungen über einen neuen mehrjährigen Vertrag laufen seit Anfang 2025 — bislang ohne Ergebnis. Dem Bericht von CEE Energy News zufolge versucht Serbien seit Mai, einen Langzeitvertrag abzuschließen, erhält aber jedes Mal nur dreimonatige Zusatzprotokolle. Die Situation wird durch mindestens drei Faktoren erschwert.

  • US-Sanktionen gegen NIS. Die amerikanischen Sanktionen, die im Oktober 2025 vollständig in Kraft traten, treffen die Naftna Industrija Srbije — das Ölunternehmen, bei dem Gazprom 56% der Anteile kontrolliert. Serbien führt Verhandlungen über den Verkauf dieses Pakets, um dem Sanktionsdruck zu entgehen.
  • Druck der EU. Wie Balkan Insight berichtet, verfolgt die Europäische Kommission ein Verbot für russische Gasimporte im Rahmen von REPowerEU — dies macht jeden Langzeitvertrag mit Gazprom potenziell inkompatibel mit Belgrads integrationskurs.
  • Moskaus Druckmittel. Nach Aussagen von Serbiens Präsident Aleksandar Vučić bietet Russland bewusst nur kurze Verlängerungen an — um eine serbische Verstaatlichung von NIS zu verhindern und seinen Einfluss auf Belgrad zu bewahren.

Abhängigkeit ohne Alternative

«Wir zahlen 270 Euro pro 1000 Kubikmeter, während der Börsenpreis heute Morgen 350 war».

Dušan Bajatović, Generaldirektor von Srbijagas, März 2025

Serbien deckt mit eigener Förderung nur 10% seines Gasverbrauchs. Importe aus Aserbaidschan können russische Mengen mittelfristig nicht ersetzen — Bajatović gibt dies offen in Kommentaren zum staatlichen Sender RTS zu. Das heißt, Belgrads Verhandlungsposition ist nicht schwach aufgrund diplomatischer Fehler, sondern aufgrund struktureller Abhängigkeit.

Das Muster «dreimonatiges Zusatzprotokoll → neue Verhandlungen → dreimonatiges Zusatzprotokoll» wiederholt sich bereits zum zweiten Mal 2025 — und jedes Mal ohne öffentlichen Kontrollmechanismus oder klare Bedingungen für den Übergang zu einem Langzeitvertrag.

Wenn Serbien bis Ende September wieder keinen vollständigen Vertrag unterzeichnet, hört die Frage auf, diplomatisch zu sein: Ist Belgrad bereit, echte Zugeständnisse bezüglich NIS zu machen — oder wird es einfach nur ein viertes vorübergehendes Zusatzprotokoll hintereinander erhalten und die Entscheidung um ein weiteres Quartal verschieben?

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