In Paris — über Sicherheit, aber nicht ohne Erwähnung von Ressourcen
Der US-Energieminister Chris Wright äußerte auf einer Konferenz des Französischen Instituts für Internationale Beziehungen in Paris die Ansicht, dass das Interesse der Regierung von Donald Trump an Grönland in erster Linie sicherheitspolitischer Natur sei und nicht ausschließlich den Wunsch, Seltene Erden abzubauen. Über den Auftritt berichtete Bloomberg.
"Wir haben allerlei Orte für den Abbau von Seltenen Erden, ebenso für die Förderung von Öl und Gas. [...] Möglicherweise würde das das Leben der Grönländer verbessern; unser Interesse ist die nationale Sicherheit"
— Chris Wright, US-Energieminister
Vorgeschichte: Trumps Interessen und Maßnahmen
Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit förderte Donald Trump die Idee, Lieferverträge über Seltene-Erden-Minerale aus Grönland und der Ukraine abzuschließen, um die Abhängigkeit vom chinesischen Export zu verringern. In jüngerer Zeit hat die Administration den Schwerpunkt jedoch vom direkten Abbau auf Fragen der Verarbeitung und der Kontrolle technologischer Lieferketten verlagert.
Laut Axios hat Trump im Januar das Thema Grönland in Kontakten mit Partnern angesprochen; in Dokumenten wurde zugleich die Achtung der Souveränität Dänemarks betont.
Warum das wichtig ist — Sicherheit, Lieferketten, Partnerschaft
Das US-Interesse an grönländischen Ressourcen verbindet zwei Logiken: eine geostrategische — die Eindämmung des Einflusses Russlands und Chinas in der Arktis — und eine ökonomische — die Diversifizierung kritischer Lieferketten. Die Verlagerung vom Abbau zur Verarbeitung zeigt den Wunsch, nicht nur die Rohstoffe, sondern auch die Wertschöpfung technologischer Komponenten zu kontrollieren.
Für die Ukraine ist das eine wichtige Erinnerung: Vorkommen sind nur ein Teil der Aufgabe. Es braucht Institutionen, Investitionen und eine technologische Basis, um natürliche Ressourcen in einen nachhaltigen wirtschaftlichen Vorteil zu verwandeln und geopolitische Risiken zu minimieren.
Fazit
Wrights Aussage nimmt einen Teil der direkten Rhetorik über die Ausbeutung von Ressourcen zurück, beseitigt jedoch nicht das wirtschaftliche Interesse an Grönland. Wenn frühere Erklärungen über Zusammenarbeit mit Grönland und der Ukraine ein Signal waren, besteht der nächste Schritt darin, ob sie sich in langfristige Verträge und Investitionen in Verarbeitungskapazitäten verwandeln. Davon hängt die Zuverlässigkeit der Lieferketten für unsere Technologie- und Verteidigungssektoren ab.
Können die Partner das strategische Interesse der USA in praktischen Nutzen für die Ukraine verwandeln und unabhängige, transparente Lieferketten schaffen?