Kiew baute 40 MW Kraft-Wärmekopplung – doch die Stadt benötigt 173, und es fehlen 47 Milliarden Hrywnja

Das Kiewer Stadtparlament berichtet über Fortschritte in den Wintervorbereitungen: neue Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit Schutz vor Angriffen und der erste Dieselkomplex für die Wasserversorgung. Doch die eigenen Zahlen der Stadt zeigen: Das Gebaute reicht nur für ein Sechstel des tatsächlichen Bedarfs.

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Фото: depositphotos.com

Der stellvertretende Vorsitzende der KMDA Petro Pantelejew gab bekannt: Kiew hat Objekte der dezentralisierten Kraft-Wärme-Kopplung mit einer Gesamtleistung von etwa 40 MW gebaut – alle mit Schutz der zweiten Ebene. Parallel dazu wurde der erste Dieselenergie-Komplex mit 5 MW für Wasserversorgungssysteme in Betrieb genommen. In der aktiven Phase befinden sich weitere Projekte mit über 130 MW.

Dies ist echter technischer Fortschritt. Aber er wirkt anders, wenn man ihn neben einer anderen Zahl aus demselben Stadtplan betrachtet.

Ein Sechstel der erforderlichen Kapazität

Im März 2026 stellte die KMDA den offenen Teil des Energieresilienzplans in einer Sitzung des RNBO vor. Der Gesamtbedarf an dezentralisierter Stromerzeugung für den kommunalen Sektor beträgt 172,95 MW. Zu diesem Zeitpunkt deckten die vorhandenen 28,5 MW nur 16,5% des Bedarfs.

Selbst wenn man die bereits in Betrieb genommenen 40 MW einrechnet, beträgt die Abdeckung etwa 23%. Der Plan sieht vor, den Rest auszubauen: 107 MW bis zum 1. September 2026, weitere 32,2 MW bis zum 1. Oktober. Das Problem ist finanzierbar.

«Es ist unmöglich, alle Bedarfe Kiews durch Kraft-Wärme-Kopplung zu decken. Es geht um die Versorgung der Infrastruktur, nicht der Bevölkerung».

Petro Pantelejew, stellvertretender Vorsitzender der KMDA

47 Milliarden Fehlbetrag

Das Gesamtbudget des Plans zur Vorbereitung der Hauptstadt auf die Heizperiode 2026–2027 beträgt 67,5 Milliarden Griwnja. Die verfügbare Finanzierung beträgt nur 20,4 Milliarden. Das Defizit übersteigt 47 Milliarden Griwnja. Nach Angaben von Pantelejew reichen die vorgesehenen 10 Milliarden Griwnja im Budget nicht aus, die Stadt bereitet bereits eine Überprüfung vor.

Speziell für den Kraft-Wärme-Kopplungsbereich: Bedarf – 7,3 Milliarden Griwnja, bereitgestellt – 5,9 Milliarden, es fehlen also weitere 1,4 Milliarden. Dies ist eine kleinere Lücke als beim Gesamtplan, aber die Fristen – September und Oktober – lassen keine Zeit für langsame Entscheidungen.

Warum «Schutz der zweiten Ebene» keine Nebensache ist

Im vergangenen Winter erlitten alle drei Hauptwärmekraftwerke Kiews Anschläge. Im Januar und Februar 2026 erreichte das Energieversorgungsdefizit in der Hauptstadt 35–40%. Deshalb werden neue Kraft-Wärme-Kopplungsobjekte bereits mit physischem Schutz gebaut – dies ist eine grundlegende Änderung des Ansatzes im Vergleich zur Vorkriegslogik «bauen und schauen».

Dezentralisierte Erzeugung – kleine Objekte an verschiedenen Punkten der Stadt statt einiger weniger großer Knotenpunkte – reduziert auch das Risiko, dass ein Anschlag eine erhebliche Leistung sofort ausfallen lässt.

  • 40 MW – jetzt gebaut, alle mit Schutz der zweiten Ebene
  • 130+ MW – in aktiver Bauphase
  • 173 MW – Gesamtbedarf des kommunalen Sektors
  • 47 Milliarden Griwnja – Finanzdefizit des gesamten Vorbereitungsplans

Die technische Logik des Plans sieht konsistent aus. Die finanzielle – bisher nicht. Wenn die Stadt bis Ende Mai nicht ankündigt, wo das Defizit von 47 Milliarden Griwnja gedeckt wird, wird die Frist im September zu einem Richtwert ohne Ressourcen dahinter.

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