Der Schwarzmarkt für Vapes in der Ukraine existiert nicht, weil der Staat nichts davon weiß. Er existiert, weil der Staat immer noch nicht entschieden hat, was er ist — legales Geschäft oder Verbrechen.
Der Direktor des Büros für wirtschaftliche Sicherheit Wadym Tsiwinskyi gab öffentlich zu, dass eine Pattsituation vorliegt: Das BES kann den illegalen Handel mit elektronischen Zigaretten nicht wirksam bekämpfen, solange der Status dieses Marktes unklar bleibt. Nach seinen Aussagen gibt es nur einen Ausweg — entweder eine klare Legalisierung mit Steuern und Lizenzierung oder die direkte Kriminalisierung der Produktion und des Verkaufs.
Was derzeit auf dem Markt passiert
Elektronische Zigaretten sind formal nicht verboten, aber auch nicht vollständig reguliert. Das bedeutet: Verkaufen ist möglich, aber die Spielregeln hat niemand festgelegt. Das Ergebnis ist ein massiver Import ohne Zollabwicklung, Verkauf ohne Steuerstempel, keine Einnahmen für den Haushalt.
Nach verschiedenen Schätzungen beträgt der Anteil illegaler Vapes am ukrainischen Markt 80–90%. Dies ist kein Randphänomen — es ist faktisch die Branchennorm.
Warum das BES das Schema nicht einfach „schließen" kann
Das Problem ist strukturell. Wenn es kein klares Gesetz gibt, gibt es auch keine klare Verletzung. Strafverfolgungsbehörden können einzelne Fälle von Steuervermeidung feststellen, aber den Markt systematisch ohne gesetzliche Grundlage zu analysieren ist juristisch schwierig und prozessual anfällig.
Tsiwinskyi hat im Grunde den Ball zum Parlament und zum Kabinett geworfen: Das BES kann das Gesetz durchsetzen, kann es aber nicht ersetzen.
Zwei Optionen — und beide sind schmerzhaft
Legalisierung bedeutet Steuern, Lizenzen, Kennzeichnung — und automatisch Konflikt mit denen, die derzeit am zollfreien Import verdienen. Die Akteure des Schwarzmarktes haben die Ressourcen und die Motivation, jede Regulierung zu blockieren.
Kriminalisierung ist ein strengerer Weg, garantiert aber auch kein Ergebnis. Verbote von Tabakerzeugnissen in verschiedenen Ländern sind konsistent gescheitert: Die Nachfrage verschwindet nicht, sie geht tiefer in den Untergrund.
Zwischen diesen Optionen herrscht der derzeitige Status quo, der Distributoren von Schmuggelware nützt und niemandem sonst: weder dem Haushalt, noch den Verbrauchern, noch dem legalen Geschäft.
Umfang der Verluste
Genaue Zahlen zum Steuerdefizit bei Vapes sind nicht öffentlich zugänglich — was schon aussagekräftig ist. Zum Vergleich: Der illegale Markt für normale Zigaretten kostet den Haushalt nach Schätzungen von Analysten jährlich mehrere Milliarden Griwna. Der Vape-Markt ist jünger, wächst aber schneller.
Wenn das Parlament dieses Jahr eine Regulierung verabschiedet — wird das BES über die Instrumente und den politischen Willen verfügen, um den Markt wirklich zur Einhaltung neuer Regeln zu zwingen, anstatt einfach ein weiteres Gesetz hinzuzufügen, das nicht umgesetzt wird?