Russland zieht etwa 200 Berechnungsgruppen von Loitering-Munition „Rubikon" aus der Frontlinie ab – um Tanker der Schattenflotte vor ukrainischen Angriffen zu schützen. Dies erklärte der Kommandeur der Drohnensysteme-Streitkräfte (SBS) Mykhaylo Madyar und erläuterte die Logik der Operation „MoLoChKa".
„Rubikon" ist das russische FPV-Äquivalent mit einer Reichweite von bis zu 10 Kilometern, das massiv zur Bekämpfung von Infanterie und leichtem Gerät eingesetzt wird. Die Entfernung von 200 Berechnungsgruppen ist keine Kosmetik: Dies ist eine systematische Schwächung des Drohnenschutzes in bestimmten Frontabschnitten.
Die Operation „MoLoChKa" ist eine Serie von Angriffen auf die Infrastruktur und Schiffe der Schattenflotte im Schwarzen Meer, die Russland nutzt, um Ölsanktionen zu umgehen. Nach Angaben von Madyar war genau diese Kampagne der Grund dafür, dass der Gegner einen Teil seiner Drohnenabwehrmittel von Frontpositionen auf Seeobjekte verlagerte.
Hier gibt es eine wichtige Asymmetrie: Die Schattenflotte bringt Moskau jährlich Milliarden Dollar ein – dies ist eine kritische Finanzierungsader des Krieges. Sie zu schützen ist teuer, sie nicht zu schützen – noch teurer. Jeder erfolgreiche Schlag gegen einen Tanker oder einen Logistikknoten erzeugt Druck, der eine Reaktion erfordert, und diese Reaktion kostet Ressourcen, die an die Front hätten gehen sollen.
Der Mechanismus ist einfach: Die Ukraine zwingt Russland, zwischen dem Schutz von Einnahmen und dem Schutz der Front zu wählen. Bisher wählt der Gegner, wie die Entscheidung zur Verlagerung der Berechnungsgruppen zeigt, das Geld.
Die Frage, die über die Wirksamkeit dieser Strategie entscheidet: Wird die Ukraine über genug Angriffsmittel und Aufklärungsdaten verfügen, um den Druck auf die Schattenflotte intensiv genug aufrechtzuerhalten – solange bis die Kosten des Schutzes die Kosten der Verluste an der Front übersteigen?