IAEA meldet Probleme an einem Reaktorblock nach Beschuss — was das für die Energiesicherheit der Ukraine bedeutet

Eine internationale Agentur meldete Schäden an Geräten nach dem Beschuss am 7. Februar. Wir erläutern, warum Netzschwankungen durch Kampfhandlungen nicht nur eine technische Unannehmlichkeit, sondern ein systemisches Risiko für die Stromversorgung darstellen.

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Директор МАГАТЕ Рафаель Гроссі (Фото: EPA)

Kurz — warum das wichtig ist

Die IAEA hat festgestellt, dass nach Beschüssen am 7. Februar an einem der Reaktorblöcke in der Ukraine Probleme mit der Ausrüstung aufgetreten sind. Das ist kein Einzelfall: Durch Spannungsschwankungen und Abschaltungen externer Leitungen sind die Atomkraftwerke gezwungen, ihre Leistung zu verringern oder abzuschalten, was sich unmittelbar auf die Stabilität der Stromversorgung auswirkt.

Position der IAEA und festgestellte Fakten

Im Lagebericht der IAEA wird eine Reihe von Folgen militärischer Aktivitäten für das Energiesystem beschrieben: von teilweisen Abschaltungen von Leitungen bis hin zu erzwungener Leistungsreduktion der Reaktorblöcke. Außerdem wurden Drohnen und ein Marschflugkörper in den Überwachungszonen der AKW beobachtet, und das Team des Kernkraftwerks Chmelnyzkyj hörte militärische Aktivitäten und ergriff Schutzmaßnahmen.

„Die militärischen Aktivitäten richteten sich erneut auf das ukrainische Stromnetz und beeinflussten den Betrieb der Atomkraftwerke. Alle Reaktorblöcke in der Ukraine bis auf einen wurden gezwungen, ihre Leistung zu reduzieren, und mehrere externe Übertragungsleitungen wurden abgeschaltet. Ein Reaktorblock wurde vom Netz genommen, während ein anderer aufgrund aus Stromversorgungs‑Schwankungen verursachter Ausrüstungsprobleme stillgesetzt wurde.“

— Internationale Atomenergie-Organisation (МАГАТЕ)

Offizielle Einschätzung der Ukraine

Der Leiter der Staatlichen Atomaufsichtsbehörde, Oleh Korikov, teilte mit, dass nach den jüngsten Angriffen auf Umspannwerke die Leistung bereits zu mehr als 90% wiederhergestellt werden konnte. Er betonte außerdem, dass selbst ohne direkte Treffer Beschüsse zu vorzeitigem Verschleiß und elektrodynamischen Schäden an der Ausrüstung führen, wodurch Reaktorblöcke in einem nicht normgerechten Betriebsmodus arbeiten oder außerplanmäßig in die Instandsetzung gehen müssen.

„Diese Angriffe destabilisieren das Energiesystem der Ukraine durch ungeplante Übergangsprozesse und Schwankungen der Netzparameter, was zu elektrodynamischen Schäden und vorzeitigem Verschleiß der Ausrüstung der Atomkraftwerke führt. Atomkraftwerke sind gezwungen, ihre Leistung zu reduzieren oder sich sogar komplett vom Netz zu trennen. Zum Beispiel befand sich kürzlich ein Reaktorblock aus diesem Grund etwa fünf Tage lang in einer außerplanmäßigen Reparatur.“

— Oleh Korikov, Leiter der Staatlichen Atomaufsichtsbehörde

Was das für Bürger und Wirtschaft bedeutet

Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete, dass das Stromdefizit in Spitzenzeiten 5–6 GW erreichte — das entspricht etwa der Leistung von zwei großen Atomkraftwerken. Für jede Haushaltskundin und jeden Haushaltskunden bedeutet das ein erhöhtes Risiko für planmäßige und ungeplante Abschaltungen, und für Unternehmen potenzielle Verluste sowie zusätzliche Kosten für Reservekapazitäten und eigene Erzeugung.

Ingenieure und Analysten weisen auf einen kumulativen Effekt hin: Einzelschläge und Schwankungen sind für sich genommen weniger verheerend, wiederholte Schocks beschleunigen jedoch den Verschleiß kritischer Ausrüstung und verlängern die Stillstandszeiten für Reparaturen — dadurch steigen auch die langfristigen Risiken für das Energiesystem.

Fazit — was nun?

Technisch funktionieren die Reaktorblöcke und die Wiederherstellung von mehr als 90% ist auf kurze Sicht ein gutes Ergebnis. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, wie sich kumulative Risiken minimieren lassen: Schutz der Umspannwerke, Modernisierung der Systeme zur Kompensation von Netzschwankungen, Ersatzteile und internationale Hilfe bei Lieferungen sensibler Ausrüstung. Solange Partner technische und diplomatische Unterstützung leisten, braucht die Ukraine sowohl operative Lösungen auf Ebene des Netzbetreibers als auch strategische Investitionen, um die Verwundbarkeit der Infrastruktur zu verringern.

Frage an Partner und Gesellschaft: Werden Ressourcen und Koordination ausreichen, damit die operativen Verluste diesen Winter nicht in eine systemische Krise ausarten?

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