Rekordlieferungen russischen Rohöls nach China: Mehr Barrel — weniger Geld für den Kreml

Der Import russischen Öls nach China dürfte im Februar auf rund 2,08 Mio. Barrel pro Tag steigen, doch tiefe Abschläge bedeuten, dass die Mengen den russischen Haushalt nicht retten — wir beleuchten die Ursachen und Folgen.

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Kurz

Laut Reuters unter Berufung auf Vortexa Analytics und Kpler könnten die Lieferungen von russischem Rohöl nach China im Februar rund 2,07–2,083 Mio. Barrel pro Tag erreichen — ein neuer Rekord nach etwa ~1,7 Mio. Barrel pro Tag im Januar. Gleichzeitig wird der Rohöltyp Urals mit einem Abschlag von $9–11 pro Barrel gegenüber Brent gehandelt, was bedeutet: die Mengen steigen, aber die Einnahmen für den Kreml sinken.

Warum steigen die Lieferungen nach China?

Die Erklärung ist vielschichtig. Erstens ist China seit November größter Seeabnehmer russischen Rohöls, teilweise weil Indien seine Käufe nach Handelsabsprachen mit den USA reduziert hat. Zweitens haben einige private chinesische Raffinerien iranisches Öl gemieden wegen der Unsicherheit rund um mögliche Angriffe auf den Iran, sodass sie nach alternativen Lieferquellen suchten — und diese in Russland fanden. Ergebnis ist eine Umverteilung der Ströme, aber keine Änderung der grundlegenden Marktbedingungen.

„Die Lieferungen nach China steigen vor dem Hintergrund einer geringeren Nachfrage anderer Käufer und attraktiver Abschläge — es ist eine Routenverlagerung, aber keine Lösung für die Haushaltsprobleme des Kremls“

— Reuters, basierend auf Kommentaren von Händlern und Daten von Vortexa und Kpler

Wirtschaftlicher Effekt für Russland

Mehr Barrel bedeuten nicht automatisch höhere Einnahmen. Wegen hoher Abschläge auf Urals sinken die Erlöse aus Öl- und Gasexporten; Reuters berichtet, dass die öl- und gaseinnahmen Russlands im Januar im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres halbiert waren. Das heißt, der Kreml ist gezwungen, den Preisrückgang durch größere Mengen zu kompensieren — eine Strategie mit Grenzen, die die Verwundbarkeit des Haushalts gegenüber langfristigen Sanktionen und Marktschocks verstärkt.

Was bedeutet das für die Ukraine und den Markt

Für die Ukraine sind zwei Punkte wichtig: erstens ist der Druck auf russische Einnahmen eine strategische Ressource für Sanktionendruck und Diplomatie; zweitens verändert die Umverteilung der Ströme in Asien die Logistik und Preisbildung auf dem globalen Ölmarkt, was die Preisvolatilität und die Energiesicherheit der Region beeinflussen kann. Analysten weisen darauf hin: Wenn die Abschläge anhalten, gerät nicht nur die russische Finanzlage unter Druck, sondern auch Partner, die zwischen politischem Kalkül und wirtschaftlichem Nutzen abwägen müssen.

Fazit

Der Anstieg der Lieferungen nach China ist eine Anpassung der russischen Exportwege, aber keine Rückkehr zu den Vorkrisenbedingungen. Nun sind die Partner am Zug: Werden sie diese Märkte und Zahlen in verstärkten politischen Druck auf den Kreml umsetzen, oder erlauben sie Russland, einen Teil der verlorenen Einnahmen durch tiefe Abschläge wiederherzustellen?

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