Rheinmetall: Der Krieg wird 2026 nicht enden – Hersteller hat mehr Munition als Aufträge

Der Rheinmetall-Chef warnt vor einer Verlängerung des Konflikts; der Konzern schlägt vor, Produktionskapazitäten in der Ukraine aufzubauen und könnte die Lieferungen erhöhen, sieht sich jedoch einem Finanzierungsdefizit gegenüber — was bedeutet das für die Sicherheit und die industrielle Widerstandsfähigkeit unseres Landes?

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rheinmetall. Фото EPA, HANNIBAL HANSCHKE

Warum das wichtig ist

In einem Interview mit Table.Briefings sagte der Geschäftsführer des deutschen Konzerns Rheinmetall, Armin Papperger, dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine „nicht 2026 enden wird“. Das ist nicht nur eine Prognose: Seiner Aussage nach produziert das Unternehmen bereits mehr Munition, als vertraglich gesichert ist — und sieht zugleich die Möglichkeit, Kapazitäten in der Ukraine aufzubauen. Für die Leserschaft bedeutet das einen einfachen Fakt: Der Bedarf an Munition und Gerät könnte langfristig bestehen, und damit auch die Notwendigkeit strategischer Planung von Lieferungen und Finanzierung — real.

Was Papperger sagte

"Russland ist daran nicht interessiert"

— Armin Papperger, Geschäftsführer von Rheinmetall

"Wir produzieren mehr Munition, als wir vertraglich abgesichert haben. An manchen Stellen fehlt es an Finanzierung"

— Armin Papperger, Geschäftsführer von Rheinmetall

Außerdem berichtete Papperger, dass das Unternehmen zusätzliche Flugabwehrsysteme, Munition und Panzer liefern könne und dass in Europa durch die Ausweitung der Produktion die Preise für Munition sinken. Rheinmetall habe zudem ein Gelände für ein Munitionswerk in der Ukraine erhalten und sei bereit, mit dem Bau zu beginnen; nach dem Erwerb der Sparte Luerssen prüfe man eine Erweiterung im maritimen Sektor.

Folgen für die Ukraine

Erstens unterstreicht die Prognose einer Verlängerung des Konflikts: Es braucht nicht nur einmalige Hilfe, sondern eine Struktur der Unterstützung — Lieferungen, Finanzierung, Logistik und Produktionsbasis. Zweitens bietet das Angebot von Rheinmetall, Produktion in der Ukraine aufzubauen, eine praktische Möglichkeit, die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu stärken und lokale Arbeitsplätze zu schaffen, allerdings erfordert das Vereinbarungen über Finanzierung, Schutz der Anlagen und Technologietransfers.

Industrieller Kontext und Markt

Das Vorhandensein von Überproduktion ohne entsprechende Finanzierung ist ein typisches Symptom eines Marktes, der sich seit 2022 schnell ausgeweitet hat. Das ist eine Chance, Kosten zu senken und Bestände aufzubauen, aber nur, wenn die Partnerstaaten Absichten in Verträge umsetzen. Der Erwerb von Luerssen erlaubt Rheinmetall, die Produktpalette zu diversifizieren — insbesondere in Richtung Marinesysteme — was das Angebot auf dem europäischen Rüstungsmarkt verändern könnte.

Was als Nächstes

Analysten des Rüstungsmarktes weisen darauf hin: Wenn die Partner die Finanzierung nicht sichern, droht die Überproduktion ungenutzt zu bleiben und die Möglichkeit, Produktion in der Ukraine zu lokalisieren, unrealisiert zu bleiben. Damit liegt der Ball nun bei den Staaten und internationalen Finanzinstituten: Erklärungen müssen in Verträge und Investitionen überführt werden, die sowohl die Versorgung an der Front als auch die Widerstandsfähigkeit der industriellen Lieferketten langfristig gewährleisten.

Quelle: Table.Briefings; Zitate — Armin Papperger, Geschäftsführer von Rheinmetall.

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