Russland fördert eine Million Barrel weniger Öl als die Quote vor – und das ist an den Tankstellen sichtbar

Während Bloomberg Fässer zählt, stehen Autofahrer in den Regionen Stawropol und Wolgograd in Schlangen, um Benzin zu kaufen, das es einfach nicht gibt. Ukrainische Anschläge auf Raffinieren haben die abstrakte OPEC+-Statistik in ein ganz konkretes Defizit verwandelt.

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Фото: Depositphotos

In den Regionen Stawropol, Nowokuibyschewsk, Saratow und Wolgograd geht das Benzin an den Tankstellen aus, und die Warteschlangen erstrecken sich über Kilometer. Dies ist nicht die Folge einer globalen Krise — es ist das direkte Ergebnis einer Serie von Angriffen ukrainischer Drohnen auf Ölraffinerien, die eine Reihe von Regionen der Russischen Föderation außer Betrieb genommen haben, wo Benzin knapp wird und die Warteschlangen an den Tankstellen kilometerlang sind.

Eine Million Fässer "Ausfallproduktion"

Dieses Bild hat nun auf nationaler Ebene eine numerische Bestätigung erhalten. Nach Angaben des monatlichen Berichts der OPEC+, auf den sich Bloomberg beruft, förderte Russland im Juli durchschnittlich 8,89 Millionen Barrel Öl pro Tag — fast eine Million Barrel weniger als die durch das Abkommen für das Land festgelegte Quote. Der Zielwert betrug 9,82 Millionen Barrel pro Tag.

Im Vergleich zu Juni wirkt der Rückgang bescheiden — nur 6.000 Barrel pro Tag. Aber genau diese Zahl zeigt das Wesentliche: Die Abweichung von der Quote ist weder zufällig noch vorübergehend, sie ist bereits zu einem stabilen Zustand der russischen Ölindustrie geworden.

Drohnen wechseln Ziele — die Industrie ändert ihre Form

Die Abweichung von der Quote erfolgt vor dem Hintergrund von fast täglichen ukrainischen Angriffen auf die russische Ölinfrastruktur, und der Charakter dieser Angriffe änderte sich im Juli zweimal, wodurch die Industrie jedes Mal unterschiedlich verformt wurde.

  • In der ersten Monatshälfte konzentrierte sich die Ukraine auf Raffinerien — die Verarbeitung fiel auf mehrjährige Tiefstände, während der Seeexport von Rohöl dagegen fast auf Rekordniveaus anstieg.
  • In der zweiten Monatshälfte verlagerten sich die Angriffe auf Tanker in der Schwarz- und Asowschen See — die Fabriken bekamen eine Pause zur Reparatur und erhöhten die Verarbeitung, aber diesmal litt der Rohölexport.

Mit anderen Worten, die Ukraine hält die Industrie faktisch im Modus "Wähle, was diese Woche leiden wird" — Verarbeitung oder Export. Beides schadet den Einnahmen, nur auf unterschiedliche Weise.

August: Eine neue Serie

Die Pause dauerte nicht lange. Nach Berechnungen von Bloomberg auf Grundlage öffentlicher Aussagen der Ukraine und Russlands wurden seit Anfang August neun von 34 großen russischen Raffinerien angegriffen — und die meisten von ihnen wurden bereits früher in diesem Jahr getroffen.

Der kumulative Effekt der Kampagne mit Langstreckendrohnen wird bereits in Prozentsätzen der Kapazitäten gemessen: Die Angriffe haben über 30% der tatsächlichen und 45% der nominalen Ölraffinerie-Kapazitäten Russlands außer Betrieb genommen.

Wer zahlt die Rechnung

Hier entsteht der Riss zwischen Makrostatistik und Realität an der Tankstelle. Analysten bewerten das Defizit an Ölprodukten in der Russischen Föderation bereits auf 400–600 Tausend Tonnen pro Monat, und die Einzelhandelspreis für Brennstoff erreichen historische Rekorde. In einer Reihe von Regionen verschwindet Benzin aus dem Verkauf, und die Warteschlangen an den Tankstellen erstrecken sich Berichten von Fahrern zufolge über Kilometer.

Gleichzeitig ist dies kein Kollaps — es ist eine kontrollierte Krise, mit der der Kreml versucht, manuell umzugehen: Ölunternehmen verteilen Ressourcen zugunsten ihrer eigenen Tankstellennetze um, nicht zugunsten unabhängiger Betreiber, was das lokale Defizit dort nur verschärft, wo es keine großen Akteure gibt.

Was kommt als Nächstes

Die Hauptfrage ist, ob diese Konstruktion einen weiteren Herbst-Winter-Angriffszyklus aushält, wenn die Nachfrage nach Brennstoff traditionell steigt. Wenn das Tempo der Angriffe auf Raffinerien im August-September auf neun Anlagen pro Monat beibehalten wird, könnte das Brennstoffdefizit in den Regionen aufhören, ein "Problem einzelner Tankstellen" zu sein, und könnte zu einer politischen Frage für den Kreml vor dem Wahlzyklus werden.

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