Was das Gericht entschieden hat
Das Bezirksgericht Sadgirski in Czernowitz erklärte einen Beschuldigten einer organisierten Gruppe für schuldig, die die Herstellung und den Vertrieb gefälschter Kraftstoffe in der Region Czernowitz und angrenzenden Gebieten eingerichtet hatte. Ihm wurde eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren mit Vermögenskonfiskation sowie der Vernichtung der illegal hergestellten Erdölprodukte und Produktionsmittel auferlegt.
"Dem Beschuldigten wurde eine Strafe in Form von drei Jahren Freiheitsentzug mit Konfiszierung und Vernichtung des illegal hergestellten Benzins sowie der Produktionsmittel und Rohstoffe auferlegt"
— Büro für Wirtschaftssicherheit (BEB)
Nach dem Beschluss des Gerichts wurden bei Durchsuchungen an sechs Tankstellen etwa 186.048 l Kraftstoff und andere Erdölprodukte sowie acht Tank- bzw. Lastwagen beschlagnahmt, die zur Herstellung, Lagerung und zum Transport der Fälschungen verwendet wurden.
Wie das Schema funktionierte
Nach Angaben der Ermittler bestand die Gruppe aus sieben Personen. Von Dezember 2023 bis November 2024 richteten sie eine illegale Produktion und den Vertrieb ein: Insgesamt wurden mehr als 300.000 l gefälschter Kraftstoffe hergestellt und verkauft, im Wert von mehr als 17 Mio. UAH.
Das Gerichtsregister nennt Pavlo Bilousov (aus Kremenez) als Gründer und Direktor der GmbH „Ompi Oil Trade“ und den Czernowitzer Oleksij Dowbysh als Miteigentümer des Einzelunternehmens „Trend Logistic 2022“; die Eigentümer teilten das Vermögen hälftig.
Warum das wichtig ist
Gefälschter Kraftstoff gefährdet die Verkehrssicherheit, erschwert die Logistik und untergräbt das Vertrauen in den Markt. In Kriegszeiten sind stabile Kraftstoffversorgungsketten sowohl eine wirtschaftliche als auch eine operative Sicherheitsfrage. Die Beschlagnahme der Tankwagen und Lagertanks bestraft nicht nur die Schuldigen, sondern macht auch eine rasche Wiederaufnahme der illegalen Produktion unmöglich.
Die Gerichtsentscheidung hat auch eine ökonomische Dimension: Schadensersatz und die Rückführung von Vermögenswerten in den staatlichen Kreislauf dämpfen Schattenwirtschaftsmechanismen, die Millionen an Haushaltsgeldern aufsaugen.
Folgen und Prognose
Die Unterlagen des Strafverfahrens wurden nach der Rückführung des Beschuldigten in die Ukraine an das Gericht übermittelt; das beschlagnahmte Vermögen ging in den Staatsertrag über. Dies ist ein Präzedenzfall, der die Botschaft der Strafverfolgungsbehörden stärkt: groß angelegte Netzwerke mit gefälschtem Kraftstoff sind anfällig für gezielte Ermittlungen und koordinierte Kontrollen.
Es sei auch darauf hingewiesen, dass das BEB über ähnliche Einsätze berichtet hat: im November 2025 entdeckte die Behörde eine illegale Tankanlage in Kiew, die mehrere Tankstellen mit Fälschungen beliefert hatte, und stellte den Betrieb illegaler Stationen in Odessa ein — ein Hinweis auf die systemische Natur des Problems.
Nun geht es nicht nur um Bestrafung, sondern darum, Kontrollmechanismen zu verankern: regelmäßige Inspektionen, digitale Kontrolle der Lieferketten und strafrechtliche Verantwortlichkeit für die Organisation solcher Netzwerke. Ob der Staat das Signal aus dem Urteil in einen dauerhaften Schutz des Marktes und der Bürger verwandelt, ist die Schlüsselfrage der kommenden Monate.